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PROKTOLOGISCHES ZENTRUM

Zu den Unterthemen

HERZLICH WILLKOMMEN IM PROKTOLOGISCHEN ZENTRUM

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

wir bieten Ihnen ein umfangreiches Angebot an nicht operativer (konservativer) und operativer Behandlung, die sowohl ambulant als auch stationär erfolgen kann.

Trotz ihrer Häufigkeit sind Beschwerden am Enddarm immer noch ein Tabuthema für viele Menschen. Aus Scham werden dann solche Probleme und Beschwerden oft lange verschwiegen. Wir möchten Ihnen helfen, offen darüber zu sprechen, um Ihnen eine in den meisten Fällen sehr wirkungsvolle Behandlungsmethode anbieten zu können. Informieren Sie sich gerne – eine frühzeitige Behandlung kann einer Verschlimmerung der Beschwerden vorbeugen und hat meist bessere Erfolgssaussichten.

Kontakt

Beratungsangebot

Dienstags
10:30 Uhr – 15:00 Uhr

Terminvereinbarung unter: 0541 – 405 6107

 

 

 

 

 

 

Unsere Leistungen

Diagnostik

Die Diagnostik besteht in erster Linie aus einem ausführlichen Gespräch mit dem Betroffenen, unterstützt durch unterschiedliche Untersuchungen.

In der Regel ist ca. 30 min. vor der proktologischen Untersuchung eine Reinigung des Enddarmes mittels eines sog. Mini-Klistier ratsam.

Untersuchungen:

  • Manuelle Untersuchung des Enddarmes
  • Proktoskopie (Enddarmspiegelung)
  • Starre Rektoskopie (Mastdarmspiegelung)
  • Transrektale Endosonografie EUS (3D) (Ultraschall-Untersuchung des Enddarmes/ Mastdarmes)

Therapie

Allgemeines
  • Konservative Behandlung von Hämorrhoiden (Sklerosierung –„Verödung“)
  • Operative Behandlung von Hämorrhoiden (Operation nach Milligan Morgan, Parks, Ferguson, Longo, u.a.)
  • Konservative Behandlung von Schleimhautrissen der Analregion (Fissuren)
  • Operative Behandlung von Schleimhautrissen der Analregion (Fissuren)
  • Fistelchirurgie (wanddurchbohrende Gangsysteme)
  • Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gemeinsam mit der Med. Klinik II
  • Behandlung der Beckenbodenschwäche/ Inkontinenzbehandlung (gemeinsam mit der Klinik für Urologie und Gynäkologie)
  • Behandlung eines Enddarmvorfalls (Analprolaps) und
  • Mastdarmvorfalls (Rektumprolaps)
  • Behandlung der Stuhlinkontinenz
Hämorrhoidenbehandlung

Arteriovenöse Gefäßpolster, sog. Hämorrhoiden (Corpus cavernosum recti) hat jeder Mensch. Sie sind Teil des Kontinenzorgans und für die Feinkontinenz verantwortlich.

In der Regel verursachen sie erst Beschwerden, wenn sie vergrößert sind. Diese sind abhängig vom Ausmaß der Vergrößerung. Sie können sich äußern als Juckreiz, Brennen, Blutauflagerungen, Fremdkörpergefühl oder auch selten als Schmerz, wenn eine Einklemmung (sog. Inkarzeration) vorliegt.

Einteilung:

  • Hämorrhoiden I°: leichtgradige Vergößerung
  • Hämorrhoiden II°: mäßiggradige Vergrößerung, können prolabieren beim Pressakt
  • Hämorrhoiden III°: prolabierende Hämorrhoiden auch ohne Pressakt, können aber reponiert werden
  • Hämorrhoiden IV°: stark prolabierende Hämorrhoiden, Reponierung nicht möglich

Diagnostik:

Neben dem ausführlichen Gespräch zählen zur Diagnostik die Manuelle Untersuchung, die Proktoskopie und Rektoskopie. Schmerzen verursacht keine der Untersuchungen.

Therapie:

Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß des Hämorrhoidalleidens. In den frühen Stadien ist eine konservative Behandlung sinnvoll. Diese beinhaltet beispielsweise die Sklerosierung (Verödung) und die Gummibandligatur. Bei höhergradigen Hämorrhoiden ist eine operative Behandlung empfehlenswert.

Zu den üblichen Verfahren zählen die Operationsmethode nach Milligan Morgan (offenes Verfahren) und die Methode nach Longo (transanales Verfahren mittels eines Klammernahtgerätes) und viele mehr (z.B. OP nach Parks, Ferguson, u.a.). In jedem Fall sollte immer eine Regulation der Stuhlkonsistenz vorgenommen werden, um Obstipation zu vermeiden, und es sollte körperliche Bewegung in den Alltag integriert werden.

Stationär oder ambulant?

Alle konservativen Maßnahmen sind ambulante Therapien. Wir empfehlen für die operativen Methoden eine stationäre Aufnahme für 2 Tage. Das Verfahren nach Milligan Morgan kann auch ambulant durchgeführt werden.

Perianalvenenthrombose

Häufig verwechselt mit einem thrombosierten Hämorrhoidalknoten stellt die Perianalvenenthrombose ein Gerinsel kleinster Venen der Perianalregion dar, ohne dass ein Hämorrhoidalleiden vorliegen muss.

Häufig betroffen sind Schwangere und Menschen, die unter Obstipation leiden. Die Behandlung kann in der Regel sofort in Lokalanästhesie erfolgen. In der Regel ist die Wunde nach ca. 2 Wochen abgeheilt.

Analfissuren

Fissuren der Analregion sind kleine (manchmal auch tiefe) Einrisse im Analkanal, welche insbesondere beim Stuhlgang Beschwerden bereiten in Form eines stechendes Schmerzes oder Brennen.

Heilt solch eine Fissur nicht spontan ab, liegt häufig ein erhöhter Tonus des Schließmuskels vor, so dass die Durchblutung der Region vermindert und eine Spontanheilung erschwert ist. Häufig reicht eine Salbentherapie aus, um die Fissur zur Abheilung zu bringen. Sollte dies nicht der Fall sein, und es entwickelt sich eine chronische Analfissur, ist ein operatives Verfahren ratsam. Bei diesem wird in Vollnarkose die Fissur ausgeschnitten und der Schließmuskel gedehnt. Manchmal ist noch eine zusätzliche Behandlung mit Botulinumtoxin (sog. Botox (R)) erforderlich.

Perianale Fisteln

Perianale Fisteln stellen eine Herausforderung an den Arzt dar.

Fisteln sind nicht natürlich vorkommende Gangsysteme, welche blind im den Darm umgebenden Fettgewebe oder den Darm durchbohrend im Darmlumen enden können.

Durchbohren diese Fisteln den Schließmuskel, bevor sie das Darmlumen erreichen liegt eine sog. Transsphinktere Fistel vor. Je nachdem wie viel Schließmuskel betroffen ist, kann es bei einer operativen Versorgung auch zu Verletzungen des Schließmuskels und evtl. zur Beeinträchtigung der Kontinenz kommen.

Symptomatisch werden solche Fisteln sehr häufig durch Ausbilden eines Abszesses. Bei Ausbildung von Fisteln bei Menschen, die an einem M.Crohn leiden ist die Ursache nicht geklärt.

Tumorerkrankungen und Nachsorge

Zu den Tumorerkrankungen im Bereich des Mast- und Endarmes zählen das Rektumkarzinom, das Analkarzinom, Maligne Melanom der Perianalhaut und seltene Tumore im Bereich des kleinen Beckens.

Rektumkarzinom

das Rektumkarzinom ist ein Darmkrebs, welcher im Mastdarm (Rektum) entsteht. Je nach Größe und Ausdehnung wird entweder direkt eine Operation angestrebt oder zuerst eine Vorbehandlung (sog. Neoadjuvante Radio-Chemotehrapie) mit Bestrahlung und Chemotherapie verfolgt. Dazu verweisen wir auch gerne auf unsere Seiten des Darmkrebszentrum Osnabrück.

Analkarzinom

das Analkarzinom ist ein Tumor, welcher in der Haut des Analkanals oder in der perianalen Haut entsteht. Ist dieser Tumor klein, reicht häufig die alleinige Entfernung mit entsprechendem Sicherheitsabstand.

Bei größeren Tumoren oder dem Verdacht auf Lymphknotenmetastasen wird eine Bestrahlung und Chemotherapie durchgeführt.

Malignes Melanom

selten gibt es Maligne Melanome im Analkanal oder auch im Enddarmbereich. Um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu gewährleisten ist häufig eine Amputation (eine Entfernung des Kontinenzorgans) erforderlich. Immer resultiert dann die Anlage eines künstlichen Darmausganges (sog. Kolostoma oder Enterostoma).

Siehe auch Stomatherapie Klinikum Osnabrück

Seltene Tumore im kleinen Becken

Dazu zählen z. B. Chordome, welche zwischen Kreuzbein und Mastdarm liegen. Symptomatisch werden sie häufig durch Schmerzen oder Druckgefühl im kleinen Becken.

Die Therapie ist die Operation, in der Regel ohne Beteiligung des Darmes.

Analprolaps

Unter einem Analprolaps versteht man den Vorfall von Analhaut aus dem After, häufig auch vergesellschaftet mit einem fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden (IV°). Jedoch ist der Unterschied zum alleinigen Hämorrhoidalprolaps, dass beim Analprolaps die Linea dentata nicht sichtbar ist.

Zur Behandlung kommen operative Verfahren wie OP nach Longo oder STARR in Frage.

Darmentleerungsstörung / Darmpassagestörung

Die Darmentleerungsstörung ist ein sehr komplexes Thema. Zu ihr zählen Stuhlinkontinenz, Obstipation und andere Formen der gestörten Stuhlentleerung.

Häufig durch eine Beckenbodenschwäche hervorgerufen, wovon ca. 30-50% der Bevölkerung betroffen sind, Frauen häufiger als Männer.

Bei der Beckenbodenschwäche kann diese als Gefühl einer unvollständigen Entleerung, als Unmöglichkeit der spontanen Darmentleerung oder einfach als chronische Verstopfung empfunden werden. Auch führt das Tiefertreten der Organe nicht selten dazu, dass im Dammbereich oder in der Scheide ein unangenehmes Druckgefühl oder gar ein Fremdkörpergefühl empfunden wird. Gelegentlich kann es sogar zu einem totalen Vorfall des Enddarms (Rektumprolaps) durch den Schließmuskel nach außen kommen.

Zur Diagnostik zählen eine detaillierte Anamnese, die Prokto-, Rekto-, Sigmoideoskopie, Endosonografie, Defäkografie.

Die Therapie richtet sich in erster Linie nach dem Schweregrad der Beschwerden. Am Anfang wird durch eine Stuhlregulierung versucht, die Beschwerden zu behandeln. Unterstützend wird Krankengymnastik zur Stärkung des Beckenbodens empfohlen. (Krankengymnastik anzuklicken mit Link zur KG-Seite).

Hilft dieses alleine nicht, ist eine operative Therapie erforderlich.

Trans-STARR oder STARR-Operation

Bei einer Knickbildung oder leichtgradigen Aussackung des Enddarmes wird dieser durch eine transaanale Resektion (Entfernung eines Darmsegmentes durch den After) gestreckt, um die Stuhlentleerung wieder zu erleichtern.

Rektopexie

Eine Alternative ist eine Streckung des Enddarmes, in dem vom Bauchraum aus der Darm nach oben gezogen und fixiert wird. Manchmal ist der zusätzliche Einsatz eines Kunsstoffnetzes notwendig.

Dieses Operationesverfahren ist sowohl minimal invasiv (Schlüssellochverfahren) als auch offen (klassich per Schnitt) möglich. Die Wahl des Verfahrens hängt vorrangig von eventuellen Vor-Operationen ab.

Bei der Darmpassagestörung kann eine verzögerte oder beschleunigte Passage im Vordergrund stehen. Die Basisdiagnostik ist ähnlich der Diagnostik bei der Darmentleerungsstörung. Ergänzend wird eine Kolontransitzeitbestimmung durchgeführt.

In jedem Fall ist bei beiden Beschwerden in erster Linie eine konservative Therapie die Therapie der 1. Wahl. D. h. es wird versucht durch Nahrungsergänzungsmittel, Änderung der Trinkmenge oder sportliche Betätigung die Stuhlpassage zu beeinflussen.

Gerade bei beschleunigter Passage ist jedoch auch häufig die Einnahme von Medikamenten notwendig, um die Passage zu verlangsamen. Bei verzögerter Passage wird der Chirurg häufig erst hinzugezogen, wenn alle konservativen Massnahmen erfolglos sind. Dann ist eine Teilresektion des Dickdarmes erforderlich. Liegt eine Kombination aus Passage- und Entleerungsstörung vor, muss in der Regel individuell entschieden werden, welche Verfahren am sinnvollsten sind.

Stuhlinkontinenz (Stuhlhalteschwäche)

Es ist ein Tabuthema, viele trauen sich nicht darüber zu sprechen. Betroffen sind allerdings 3% der Bevölkerung. Die Stuhlinkontinenz betrifft Menschen jeglichen Alters, aber vor allem Menschen höheren Alters, auch häufig kombiniert mit der Harninkontinenz (Behandlung durch die Kollegen der Urologie und Gynäkologie). Auch Verletzungen des Schließmuskels oder Operationen im kleinen Becken, bei welchen Nerven verletzt werden können, können eine Stuhlinkontinenz verursachen.

Je nach Ausmaß der Inkontinenz werden unterschiedliche Schweregrade unterschieden. Die Stuhlinkontitnz ist die Unfähigkeit Stuhlgang oder Winde willkürlich halten zu können. Betroffene Menschen zusätzlich an einer eingeschränkten Lebensqualität. Entsprechend des Schweregrades variieren auch die Therapiemöglichkeiten: häufig helfen rein konservative Maßnahmen, manchmal sind jedoch auch operative Maßnahmen erforderlich.

Für Details helfen wir Ihnen gerne in unserer Sprechstunde:

  • Dienstags 10:30 – 15:00
  • Terminvereinbarung
    unter Telefon: 0541 405-6107

Gerade zu Beginn ist es wichtig ein sog. Stuhltagebuch zu führen, um eine objektive Sicht auf die Stuhlgewohnheiten zu bekommen.

Rektumprolaps

Der Mastdarmvorfall (sog. Rektumprolaps) ist eine seltene Erkrankung, welche vornehmlich Frauen betrifft. Durch eine Beckenbodenschwäche kann sich ein Vorfall des Mastdarmes entwickeln.

Je nach Ausmaß (innerer oder äußerer Vorfall) sind unterschiedliche Behandlungen notwendig.

Innerer Rektumprolaps (sog. Intussuszeption)

nur wenn dieser Vorfall Beschwerden bereitet (i.d.R. Darmentleerungsstörungen) muss er behandelt werden. Es ist immer eine operative Therapie indiziert. Wir bieten Ihnen verschiedene Verfahren an (STARR, Trans STARR, Altemeier, Delorme). Alle diese Verfahren bestehen darin, diesen Vorfall von transanal zu entfernen.

Äußerer Rektumprolaps

der äußere Rektumprolaps wird durch eine sog. (Resektions)-Rektopexie behandelt. Dabei wird ein Teil des Dickdarmes (das sog. Kolon sigmoideum) entfernt, der Mastdarm mobilisiert und damit der Darm gestrafft.

Sollte durch das Alter einer Betroffenen/ eines Betroffenen diese Operation ein zu hohes Risiko darstellen, können wir alternativ auch das Trans-STARR-Verfahren anbieten, welches aufgrund der wesentlich kürzeren Operationszeit und des transanalen Vorgehens ein geringeres Operationstrauma darstellt.

TEAM

Priv.-Doz. Dr. Jürgen Tepel

Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirugie
Telefon: 0541 – 405 6101

Ärztlicher Dienst
Regina Pauls

Oberärztin

Antje Reissner

Arzthelferin