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Mann bekommt ChemotherpieMann bekommt Chemotherpie

PERITONEALKARZINOSE / HIPEC

Zu den Unterthemen

Hintergrund

HIPEC ist eine Abkürzung und steht für „Hypertherme intraperitoneale Chemotherapie“. Mit Hilfe dieser Methode kann heute ein Krebs mit Befall der Bauchhöhle (Peritonealkarzinose) zunehmend effektiv behandelt werden. Dabei ist die HIPEC nur ein Teil der Behandlung. Den wesentlichen Anteil zur Reduzierung von Tumorgewebe leistet der Chirurg (CRS = Cyto – Redutive – Surgery) unmittelbar vor der HIPEC. Er versucht alle sichtbaren Anteile des Tumor operativ zu entfernen bevor kleinste Reste mit der HIPEC vernichtet werden sollen. Diese Behandlung ist somit eine Zusammenarbeit zwischen Chirurgen und Onkologen.

Welche Vorteile bietet HIPEC?

Vorteilhaft bei der HIPEC ist, dass Tumorzellen generell empfindlicher auf Hitze reagieren als normale, gesunde Körperzellen. Darüber hinaus kann bei der regionalen Chemotherapie eine wesentlich höhere Konzentration der Krebsmedikamente im Vergleich zur systemischen Chemotherapie an den Tumorzellen erreicht werden. Es werden höhere Wirkstoffspiegel im Zielgewebe, dem Tumorgewebe erreicht und gleichzeitig allgemeine Nebenwirkungen durch die Chemotherapeutika reduziert.

Wann kann die HIPEC angewadt werden?

Prinzipiell kann die HIPEC bei jeder Form der Peritonealkarzinose (Tumorbefall des Bauchfells) eingesetzt werden, wenn keine Ausschlusskriterien für eine HIPEC vorliegen. Die verschiedenen Tumorarten reagieren jedoch sehr unterschiedlich auf das Verfahren und der Nutzen Operation und der HIPEC muss immer individuell geprüft werden.

Als junges Therapieverfahren, das nur in wenigen Zentren Deutschlands ermöglicht wird, ist derzeit noch nicht im Ganzen abzusehen, welche Krebserkrankungen sich in besonderer Weise hierfür eignen. Es fehlen teils noch fundierte Beweise aus großen Studien. Die Therapie wird jedoch mit guten Erfolgen schon heute bei folgenden Erkrankungen am Klinikum Osnabrück GmbH durchgeführt:

Befall der Bauchhöhle durch:

  • Pseudomyxoma peritonei
  • Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) im Rezidiv (Rückfall) in besonderen Situationen bei der Erstdiagnose
  • Dünndarm- und Dickdarmkrebs im Rezidiv in besonderen Situationen bei der Erstdiagnose
  • Maligne Weichteiltumore im Bereich des Bauchfells
  • Magenkarzinom
  • Primären Karzimonen ausgehend vom Bauchfell
  • Mesotheliome

Nicht jeder Befall der Bauchhöhle durch einen Tumor kann durch die HIPEC – Behandlung therapiert werden. Insbesondere dürfen keine schweren Herz und Kreislauferkrankungen vorliegen, muss die Nierenfunktion ein Ausmaß aufweisen, welches den Einsatz der Chemotherapie und die Durchführung der Operation erlaubt. Bildet der Tumor große Mengen von Bauchwasser (Aszites) oder befällt zu viele Anteile des Bauchraums, so kann die Behandlung evtl. nicht sinnvoll durchgeführt werden. Das heißt umgekehrt, dass eine chirurgische Entfernung aller Tumormanifestationen möglich sein muss, und andererseits keine Fernmetastasen (Absiedlungen in andere Organe) vorliegen.

Zuletzt muss sich der Tumor für die Behandlung mit einer Chemotherapie eignen. (Es existieren wirksame Chemotherapeutika, gegenüber denen der Tumor bislang keine Resistenzen entwickelt hat).

Was versteht man unter Peritonealkarzinose?

Nach wie vor ist die Peritonealkarzinose ein weit fortgeschrittenes Stadium einer Krebserkrankung. Unbehandelt führt sie schnell zu einem nur schwer beeinflussbaren Tumorwachstum. Bisher war die einzige Therapie die systemische Chemotherapie. Bei dieser werden alle Gewebe des Körpers, auch solche die nicht einer Chemotherapie bedürfen, beeinflusst ohne dass bislang die Lebenserwartung und auch – qualität ausreichend verbessert werden konnte. Selbstverständlich ist der Behandlungserfolg der HIPEC abhängig von der Art des Tumors, seiner Größe und Ausdehnung, der körperlichen Fitness des Patienten und anderen Faktoren, so dass insgesamt für jeden Patienten im Einzelfall über die HIPEC und seine Indikation entschieden werden muss.

Kontakt

Wurde bei Ihnen die Diagnose Peritonealkarzinose gestellt und möchten Sie die Möglichkeit einer Operation mit HIPEC besprechen oder allein eine Zweitmeinung einholen, zögern Sie nicht mit uns Kontakt aufzunehmen.

 

 

 

 

 

 

Ablauf

Für die Durchführung einer HIPEC -Therapie ist ein interdisziplinäres Behandlungsteam notwendig. Am Klinikum Osnabrück GmbH besteht eine „Arbeitsgruppe HIPEC“ seit 2010.

Vorbehandlung

Vor jeder Behandlung erfolgt eine Untersuchung sowohl durch den Chirurgen und als auch den Onkologen. Die Indikation und damit die Entscheidung zur Therapie wird dann interdisziplinär im Tumorboard des Klinikums mit Abwägung aller relevanten Aspekte diskutiert, und das Verfahren anschließend eingehend mit dem Patienten besprochen. Neben den Chirurgen und Onkologen nehmen auch Vertreter der Fachdisziplinen Gastroenterologie, Gynäkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie an dem Tumorboard teil. Für den Patienten ist somit gewährleistet, dass alle Experten für die Therapie einer interdisziplinären Krebserkrankung zur Planung seiner individuellen Behandlung zur Verfügung stehen.

Operationsaufklärung

Nach der Indikationsstellung erfolgt jeweils eine Aufklärung über die Operation, die HIPEC (Hyperthermie- und Chemotherapeutika – Nebenwirkungen) und über die Narkose. Der Eingriff selbst wird immer in Vollnarkose evtl. ergänzt durch eine regionale Anästhesie (insbesondere zur Kontrolle von Schmerzen) durchgeführt.

Die Operation

​Die Operation kann durchaus mehrere bis viele Stunden in ​Anspruch nehmen, bis alle nachweisbaren Tumoren entfernt ​worden sind. Nachdem der Chirurg in einem aufwändigen, ​mehrstündigen Verfahren alle sichtbaren Tumoranteile und ​die befallene Bauchaut (Peritoneum) entfernt hat, wird die ​Körperhölle mit einer Spülflüssigkeit auf 42-43° Celsius erhitzt. ​Im Anschluss an die Erhitzung wird für die Dauer von 30-60 ​Minuten eine Chemotherapie hinzu gegeben = hypertherme ​intraperitoneale Chemotherapie erreicht (HIPEC). (siehe ​Abbildung 1)

​Während des Eingriffes werden der Fluss und die Temperatur ​im Bauch über Temperaturmesssonden und Flussdrainagen ​kontinuierlich kontrolliert und korrigiert. Auch unter der HIPEC bleibt der Patient in Narkose und wird anschließend zur Nachbeobachtung auf die Intensivstation verlegt.

Genesungsverlauf

Je nach weiterem Genesungsverlauf können die Patienten nach einigen Tagen auf die normale Station verlegt werden. Die Nahrungszufuhr erfolgt in Abhängigkeit des Ausmaßes der Operation und der Anzahl der Darmnähte nach zwei bis 5 Tagen. Die Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr wird während dieser Zeit durch Infusionen überbrückt. Um Schmerzen nach dem Eingriff zu vermeiden erhält jeder Patient eine spezielle Schmerztherapie. Die Gesamtdauer des Krankenhausaufenthaltes ist je nach Verlauf interindividuell verschieden, liegt im Mittel aber an den meisten ausgewiesenen Zentre zwischen 20 und 25 Tagen.

Feingewebliche Untersuchung

Die feingewebliche Untersuchung des entnommenen Gewebes (Organe, Bauchfell und Lymphknoten) erfolgt im Institut für Pathologie am Klinikum Osnabrück GmbH. Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung und der Art der Tumorerkrankung wird für jeden Patienten individuell festgelegt, ob eine zusätzliche systemische Chemotherapie durch die onkologische Fachabteilung erfolgt, um das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung zu minimieren.

Rehabilitation

Auf Wunsch kann für jeden Patienten mit einem Krebsleiden über den Sozialdienst ein Antrag für eine rehabilitative Maßnahme gestellt werden und während des stationären Aufenthalts auch eine psychoonkologische Begleitung erfolgen.

Team

Dr. Rudolf Peceny

Kommissarischer Ärztlicher Leiter der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie (Med. Klinik III)

Am Finkenhügel 1
49076 Osnabrück
Telefon: 0541 – 405 6601
Telefax: 0541 – 405 6699
Email: rudolf.peceny@klinikum-os.de

Priv.-Doz. Dr. Jürgen Tepel

Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie

Am Finkenhügel 1
49076 Osnabrück
Telefon: 0541 – 405 6101
Telefax: 0541 – 405 6199
Email: Juergen.Tepel@klinikum-os.de

Assistenzärzte

Dr. med. Andrea Willer

Assistenzärztin in der Klinik für Allgemein- Visceral- und Thoraxchirurgie
Am Finkenhügel 1
49076 Osnabrück
Telefon: 0541 405-606108
E-Mail: Andrea.Willer@klinikum-os.de

Dieudonne Ajah

Assistenzarzt an der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie
Am Finkenhügel 1
49076 Osnabrück
Telefon: 0541 405-6118
E-Mail: Dieudonne.Ajah@klinikum-os.de