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Vorsicht vor Superfood und Heilversprechen - Experten bringen Licht in den Dschungel von „alternativen“ Therapien beim Aktionstag gegen Krebs

v.li. Dr. Christoph Katz, Dr. Corinna Petz, Priv.-Doz. Dr. Jürgen Tepel

Osnabrück, 06.12.2019. „Seien sie vorsichtig mit Nahrungsergänzungsmitteln aller Art – sie können Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen oder sogar grundsätzlich gefährlich sein. Sprechen Sie darüber unbedingt vorher mit ihrem Arzt.“ Diese eindringliche Aufforderung richtete Carina Sieker, Ernährungsmanagerin im Team des Integrierten Krebszentrums des Klinikums Osnabrück, in ihrem Vortrag beim Aktionstag „Gemeinsam gegen Krebs“ an die Zuhörer. Lebensmittel müssen nicht exotisch sein, um gesundheitsfördernd zu wirken- im Gegenteil: essen Sie Walnüsse statt Avocado, und Johannisbeeren statt Goji-Beeren plädierte die Ernährungsexpertin.
 
Bei der gut besuchten Veranstaltung im Foyer des Theaters wurde kürzlich über die Behandlung von Krebserkrankungen und sinnvolle Begleitangebote informiert, die eine Therapie unterstützen können. Außerdem stellten sich die in der Region vertretenen Selbsthilfegruppen für Krebserkrankte sowie die Psychosoziale Krebsberatungsstelle vor, in der Patienten und ihre Angehörigen kostenlos professionelle therapeutische Hilfe erhalten.
 
Seit nunmehr 6 Jahren wird der sog. „Aktionstag gegen Krebs“ als thematische Ergänzung zur medizinischen Krebsbehandlung vom Integrierten Krebszentrum am Klinikum Osnabrück unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Corinna Petz, leitende Ärztin des Departments für Onkologie und Priv-Doz Dr. Jürgen Tepel, Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie, durchgeführt und trifft augenscheinlich den „Nerv“ der Zuhörer.
Das Bedürfnis, neben der schulmedizinischen Behandlung selber etwas zu tun, was hilft, gesund zu werden, ist bei Krebspatienten verständlicherweise hoch. 90% der befragten Betroffenen geben an, sich schon einmal mit „alternativen“ oder komplementären Behandlungsmöglichkeiten beschäftigt zu haben, so Dr. Christian Keinki, der als Experte der Deutschen Krebsgesellschaft mit seinem Vortrag zu Begrifflichkeiten, Unterschieden und wissenschaftlichen Auswertungen, einen umfassenden Überblick über die Methoden der sogenannten „Alternativmedizin“ und der Komplementären Medizin gab- und somit Licht in einen für viele Patienten undurchschaubaren Dschungel brachte.
Wie bei der Ernährung, lautete auch hier das Fazit: Interessieren Sie sich gerne für unterstützende Methoden- manche können sehr hilfreich sein für das Wohlbefinden und die bessere Verträglichkeit der Therapie- aber seien Sie misstrauisch bei Heilversprechen und beziehen Sie unbedingt Ihre behandelnden Ärzte mit ein. Denn auch hier lauern große Gefahren der Wechselwirkungen oder von anderen Schäden.
Zu guter Letzt machte die Sportwissenschaftlerin Dr. Stephanie Otto aus Ulm deutlich, dass Bewegung die beste Medizin ist! Und auch wenn die physiologischen Folgen einer Krebstherapie durchaus mit denen eines Astronauten im Weltall vergleichbar sind, bedeutet Sport nicht Überanstrengung, sondern führt neben dem gefühlten positiven Effekt sogar zu objektiv messbaren positiven Veränderungen.
So endete der Vortrag dann auch mit dem Appell: Let’s move-jede Bewegung ist besser als keine!
 
Musikalisch untermalt wurde der Aktionstag auch in diesem Jahr wieder von Dr. Christoph Katz, Chefarzt des Brustkrebszentrums und seiner Musikgruppe, die mit ihren kreativen und gefühlvoll vorgetragenen Liedern genau die Atmosphäre unterstrich, die den „Aktionstag gegen Krebs“ ausmacht:  in einer Krebsbehandlung geht es neben der Medizin auch immer um unterstützende Methoden, um alles, was das Wohlbefinden und die Lebensfreude steigert.
Der Aktionstag gegen Krebs hat wieder einmal deutlich gemacht: Krebsbehandlung erfordert große Expertise, ein interdisziplinäres Team, vertrauensvolles Miteinander und ein Ineinandergreifen all dieser Aspekte.