Schöner Erfolg für Physiotherapeutin Cathérine Hölzen aus dem Team der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin des Klinikums Osnabrück. Die 42-Jährige hat mit „Stark durch Bewegung - Selbsthilfe bei Parkinson” ein Buch vorgelegt, in dem sie auf 228 Seiten mit vielen Fotos einen Überblick über die Parkinson-Erkrankung und Anleitungen für Übungen gibt, mit denen sich die
unterschiedlichen Symptome wie u.a. Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamte oder einfrierende Bewegungen sowie Schmerzen gezielt lindern/aufhalten lassen und die den Alltag erleichtern.
Neben den allgemeinen Informationen zur Erkrankung sind Anleitungen für eine Vielzahl von effektiven und auf die Parkinson-Symptome zugeschnittene Dehn- und Kräftigungsübungen enthalten. Sie werden von Hölzen Schritt für Schritt erklärt und sind jeweils mit Folgen von Fotos veranschaulicht, auf denen ein Mann - ein Profi-Model - die Übungen vormacht. Die Übungen in ihrem praktischen Ratgeber, die etwa auf das Vorbeugen oder Vermeiden von Stürzen oder auf Bereiche wie die Rücken-/Körperhaltung zielen, sind aber nicht nur für Parkinson-Erkrankte geeignet, sondern können von älteren Menschen auch ganz allgemein zum Erhalt der Mobilität genutzt werden.
Hölzens Buch ist im Mai im Riva-Verlag der Münchner Verlagsgruppe erschienen, es ist zum Preis von 24 Euro überall im Buchhandel erhältlich.
Wie Hölzen schildert, war es für sie eine Art naheliegender Schritt, zur Autorin zu werden. Letztlich habe sie in dem Buch Erklärungen zu allen Fragen zusammengefasst, die ihr in ihrer Arbeit als Physiotherapeutin immer wieder von Parkinson-Erkrankten gestellt worden seien. Ebenso habe sie die Bewegungsübungen als Anleitung zum Heimtraining erklärt, mit denen sie Erkrankte jeden Tag anleite. Hölzen arbeitet, wie sie berichtet, seit 13 Jahren als Physiotherapeutin regelmäßig mit Parkinson-Erkrankten.
Wie sie weiter berichtet, sei es ihre erste Idee gewesen, eine Sammlung von Karten mit Übungsanleitungen aufzulegen. Auf diesen Vorschlag habe der Verlag angeregt, aus der Idee ein ganzes Buch zu machen. Nachdem sie das Manuskript eingesandt hatte, habe es bis kurz vor Ende einer Drei-Monats-Frist für Einreichungen gedauert, bis sich der Verlag bei ihr gemeldet habe. „Ich habe schon als Kind geschrieben, früher auch etwas als Freie Mitarbeiterin bei einer Zeitung”, so Hölzen, „insofern erfüllt sich für mich damit ein Traum und ich freue mich wirklich sehr über das Buch.”
Hölzen hatte das Manuskript mit Fotos, die ihr Ehemann von ihr in den Übungsposen geschossen hatte, eingesandt. Für das Buch seien dann neue Fotos aufgenommen worden. Dabei sei sie mit einbezogen gewesen und habe sogar über die Wahl des Models mitentscheiden dürfen. „Es gab mehrere Vorschläge - bei der Entscheidung habe ich einige Kolleginnen im Klinikum zu Rate gezogen”, schmunzelt sie. Schließlich seien bei einem Fotoshooting in München an einem Tag sämtliche Aufnahme für das Buch gemacht worden. “Ich habe den Mann vor jedem Foto genau bei seinen Posen angeleitet”, erinnert sich Hölzen. „Es war sogar eine Make-Up-Artistin dabei, die unser Modell quasi vor jeder Aufnahme noch gepudert und die Kleidung zurechtgebogen hat - ein riesiger Aufwand.”
Prof. Dr. Tobias Warnecke hatte während des Schreibens noch sein Vorwort angeboten. Das ist sehr schön für mich und für das Buch, so Hölzen.
Weiterer kleiner Adelsschlag von Warnecke: „Als es fertig war, hat er fünf Exemplare für den Bestand auf der Station angeschafft, die nun dort von Erkrankten genutzt oder ausgeliehen werden können”, so Hölzen. „Es hat sich aber auch positive Resonanz aus dem Parkinsonnetzwerk Osnabrück+ ergeben. 17 Partner aus dem Netzwerk, u.a. Physio-, Logo- und Ergotherapeuten, Ärzte, Selbsthilfegruppen und eine Apotheke, konnten das Buch als Testleser durch den Verlag erhalten, um damit zu arbeiten oder es zur Verfügung zu stellen. Auch das ist ein toller Zuspruch.”
Und nun - hat Cathérine Hölzen bereits die nächsten Buchprojekte in der Pipeline? „Zum Themenbereich Parkinson könnte ich mir noch zwei weitere Bücher denken - aber es gibt auch noch etwas, bei dem ich eigentlich bei meiner Tochter im Worte stehe.”
