Ein gelungenes Highlight beim 6. Kongress der Parkinson-Netzwerke Deutschland in Osnabrück war der Auftritt der „Draufsänger“ sowie eine Kunstaktion von Volker-Johannes Trieb, die das Feuer für das Thema Parkinson-Netzwerke symbolisch entfachten.
Tolles Kompliment von Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter zu Beginn des zweiten Kongresstages: Nach ihren Worten zeigt die multiprofessionelle Zusammenarbeit bei der Behandlung von Menschen mit Parkinson, koordiniert von den Parkinson-Netzwerken, deutlich, dass Versorgungs- und Lebensqualität steigen, wenn Fachexpertise zwischen den Professionen geteilt wird. Pötter äußerte dies in einem Grußwort beim Kongress in der OsnabrückHalle. Prof. Dr. Tobias Warnecke, Chefarzt der Neurologie des Klinikums Osnabrück, ist Vorsitzender der Parkinson-Netzwerke Deutschland.
Der Kongress, bei dem mit fast 400 Teilnehmenden ein neuer Besucherrekord erzielt wurde, versammelt sektorenübergreifend alle mit der Behandlung von Parkinson-Erkrankten befassten Berufsgruppen von Medizin über die diversen Therapiedisziplinen bis hin zur spezialisierten Pflege und fand zum zweiten Mal in Folge in Osnabrück statt. Pötter hatte sich bereits im Vorjahr an der hochrangig besetzten Fortbildungs- und Netzwerkveranstaltung beteiligt.
Die Oberbürgermeisterin ging auf die wichtige Bedeutung der Parkinson-Netzwerke ein, die zu einer verbesserten Versorgung von Erkrankten beitragen, indem sie für eine differenzierte interdisziplinäre und sektorenübergreifende Zusammenarbeit von Ärzten, Therapeuten, Pflegenden und insgesamt mehr als 20 verschiedenen anderen Berufsgruppen sorgen. Durch die komplexe und vielschichtige Ausprägung der Parkinson-Erkrankung, bei der es kein alleiniges Standardverfahren gebe, sondern individuelle Therapieansätze gefunden werden müssen, meinte Pötter, brauche es eben solche Netzwerkstrukturen, die kurze Wege auch für Betroffene und Angehörige ermöglichten.
Ein weiterer besonderer Programmpunkt bei der zweitägigen Veranstaltung war ein Kurzkonzert der sechsköpfigen Osnabrücker A-Cappella-Gruppe Draufsänger. Sie traten zum Abschluss des ersten Kongresstages auf und sangen dabei erstmalig live ein erst in diesem Jahr in den Niederlanden komponiertes internationales Parkinson-Lied mit dem Titel „ParkinSong. A battle Hymn“. Wie üblich bei ihren Auftritten waren die Zuhörenden zum Mitsingen aufgefordert – und kamen der Aufforderung aus voller Kehle nach. Der Song ruft zum gemeinsamen Kampf gegen Parkinson, unter anderem durch Verbot von Pestiziden und den Einbezug von Kunst und Musik auf, und basiert auf der Melodie von „Bella Ciao“.
Neurologie-Chefarzt Prof. Dr. Tobias Warnecke ist Vorsitzender des Vereins der Parkinson Netzwerke Deutschland und hat auch das Zentrum für Parkinson-Syndrome und andere Bewegungsstörungen innerhalb der Neurologie des Klinikums Osnabrück etabliert. Er hat zunächst im Jahr 2022 nach einem von ihm bereits vorher im Münsterland realisierten Versorgungsmodell das „Parkinsonnetzwerk Osnabrück+“ ins Leben gerufen. 2023 erfolgte die Gründung des Vereins, in dem die bundesweit bestehenden Netzwerke zusammenarbeiten. Nachdem im Vorjahr 14 von ihnen existierten, erfüllen mittlerweile schon 21 die Registrierungskriterien, ein weiterer Meilenstein zu einer flächendeckenden Netzwerkversorgung für Menschen mit Parkinson in Deutschland.
Bei dem Kongress wurden Vorträge und Austauschmöglichkeiten zu Themen von Prävention bis Behandlungsleitlinien angeboten, weiter liefen eine Fachausstellung sowie ein digitaler Wissens-Parcours und es waren Themenpavillons u.a. zur Ernährung oder Boxen gegen Parkinson aufgebaut. Bestandteil des Kongresses unter dem Motto „Feuer und Flamme für Parkinson-Netzwerke“ war außerdem eine Aktion des Osnabrücker Künstlers Volker-Johannes Trieb. Von ihm wurden Pappscherben mit einem Remarque-Zitat und dem Logo/Namen des Vereins der Parkinson-Netzwerke verteilt und zum Mitnehmen ausgelegt, mit denen die Flamme des Netzwerkgedankens weitergegeben werden kann. Auch der Osnabrücker Oberbürgermeisterin überreichte Tobias Warnecke eine der Scherben, um diese weiterzutragen.
Der Auftritt der Draufsänger löste begeisterte Emotionen aus. Die Osnabrücker A-Cappella-Gruppe lieferte international die erste Live-Performance der neuen Battle Hymn gegen Parkinson, die mit der Zeile „Parkinson‘s Goodbye and Ciao“ endet.

