Das 2. Symposium der Neurologischen Frührehabilitation am Klinikum Osnabrück verzeichnete am vergangenen Wochenende eine hohe Teilnehmerzahl. Zahlreiche Fachkräfte aus Medizin, Pflege, Therapie und Neuropsychologie kamen in der Akademie am Finkenhügel zusammen, um sich intensiv mit dem Thema Neglect und weiteren Wahrnehmungsstörungen im Kontext neurologischer Erkrankungen auseinanderzusetzen.
Die hohe Resonanz unterstreicht die klinische Relevanz: Kaum ein Syndrom ist in der Rehabilitation so komplex und für Betroffene wie Angehörige so schwer greifbar. Prof. Dr. Rainer Dziewas und Maleike Mucha hoben bereits zur Begrüßung hervor, dass eine multiprofessionelle Herangehensweise die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung dieser Störungsbilder ist.
Vielfältige Perspektiven – von der Neuropsychologie bis zur Therapie
Das wissenschaftliche Programm bot fachübergreifende Einblicke in aktuelle Behandlungsstandards:
- Neuropsychologische Grundlagen des Neglect-Syndroms,
- Therapieansätze bei Schluckstörungen mit Fallbeispielen,
- aktuelle Evidenz und Erkenntnisse zum Pusher-Syndrom sowie
- praxisnahe Beiträge aus der Physio- und Ergotherapie.
Neben den Fachvorträgen stand der interaktive Charakter im Vordergrund. Das offene Raumkonzept der Akademie förderte lebhafte Diskussionen im Plenum und bot Raum für den direkten Austausch in den Pausen.
Vernetzung von ambulanter Versorgung und Klinik
Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war der Dialog zwischen stationärer Behandlung und ambulanter Weiterversorgung. Die rege Beteiligung und die Beiträge aus der ambulanten Pflege sowie Therapiepraxen bereicherten den Austausch maßgeblich. Es wurde deutlich, dass eine effektive Rehabilitation nur gelingt, wenn alle Sektoren Hand in Hand arbeiten. Die Diskussionen über konkrete Fallbeispiele zeigten auf, wie entscheidend die Kontinuität der Patientenversorgung im Alltag ist.
Zentraler Pfeiler der neurologischen Versorgung
Mit der erfolgreichen Fortsetzung der Symposiums-Reihe unterstreicht das Klinikum Osnabrück seine überregionale Rolle in der neurologischen Frührehabilitation. Diese ist seit Jahrzehnten als fester Bestandteil in die Versorgungskette integriert und ermöglicht eine lückenlose Behandlung von der Akutphase bis zur weiterführenden Rehabilitation. Die Veranstaltung fungiert hierbei als wichtiges Bindeglied, um durch fachliche Impulse und gezielte Vernetzung die Schnittstellen zwischen stationärer und poststationärer Versorgung nachhaltig zu optimieren.
