• Sozialministerin zeichnet neun Modellprojekte gegen Demenz an Krankenhäusern aus

    Osnabrück, 19.09.2019. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann hat am 18.09.2019 Fördermittel für innovative Modellprojekte an neun Krankenhäuser aus Niedersachsen vergeben. Damit will sie die Krankenhäuser dabei unterstützen, die Versorgung von demenzkranken Patientinnen und Patienten während eines Krankenhausaufenthalts weiter zu entwickeln. „Ich freue mich über die vielen sehr guten Projekte aus Niedersachsen, mit denen wir den Krankenhausaufenthalt für alle Beteiligten verbessern können“, sagte Dr. Carola Reimann am Rande des Fachforums „Demenz im Krankenhaus“ in Hannover. „Die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung im Krankenhaus ist eine besondere Herausforderung für Angehörige und für die Beschäftigten. Denn demente Patientinnen und Patienten reagieren im Krankenhaus oft mit Angst und Unruhe oder versuchen, die Klinik zu verlassen“, betonte sie. Sie hätten oftmals keine Krankheitseinsicht und könnten je nach Krankheitsstadium häufig auch keine Auskunft über sich, ihre Beschwerden und Wünsche geben, so Dr. Carola Reimann.
    Das Niedersächsische Sozialministerium richtete das Fachforum in Kooperation mit der Landesvereinigung für Gesundheit und der Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen aus. Das Land stellt über den Wettbewerb zur Förderung von Modellprojekten insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

    Eine Jury von unabhängigen Expertinnen und Experten hat die besten Vorschläge ausgewählt. Insgesamt können sich neun Krankenhausträger über finanzielle Unterstützung freuen. Das Klinikum Osnabrück wird für die Förderung der Orientierung durch mobile Demenzzimmer und für den Einsatz einer demenzsensiblen Ernährung mit einer Summe von 40.000 Euro unterstützt.

    Hintergrund:
    Von einer Alzheimer-Erkrankung oder einer anderen Form der Demenz sind derzeit schätzungsweise rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. In Niedersachsen sind heute schon mehr als 150.000 Menschen im Alter von über 65 Jahren an Demenz erkrankt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer immer älterwerdenden Gesellschaft wird die Anzahl an Demenz erkrankter Menschen weiter steigen.

    Das Land möchte über den Wettbewerb „Demenzkranke im Krankenhaus besser versorgen“ neben baulichen Maßnahmen auch präventive und pflegerische Projekte sowie Betreuungsangebote durch Ehrenamtliche oder Angehörige finanziell unterstützen, die die Situation von Demenzkranken während eines stationären Krankenhausaufenthaltes nachhaltig verbessern und die modellhaft im Krankenhaus erprobt werden können.

    Foto: Annette Sechelmann (3. v. re.), Pflegedienstleitung im Klinikum Osnabrück, übernahm den Förderbescheid in Hannover.

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