• Papier hat künftig ausgedient: Klinikum Osnabrück führt elektronische Patientenakte ein

    Osnabrück, 27.06.2019. Bei den Patientenakten im Klinikum Osnabrück hat Papier künftig ausgedient: Das kommunale Krankenhaus treibt mit dem Einsatz von iPads bei der Aufnahme und Aufklärung von Patienten und mit mobilen Visitenwagen den Prozess der Digitalisierung weiter voran. Damit wird einerseits die Umstellung auf die „elektronische Patientenakte“ (ePA) vorbereitet, die nach einer Vorgabe von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Januar 2021 eingeführt werden muss. Andererseits ist es das Ziel, die Behandlungsqualität durch den Einsatz der digitalen Technik noch weiter zu verbessern, die Patientensicherheit zu erhöhen und den Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern.

    Wie das Klinikum Osnabrück das Thema Digitalisierung angeht, wie weit es dabei bereits gekommen ist, wie sich die neue Technik auf den Arbeitsalltag der Mitarbeiter auswirkt und wie die Patienten davon profitieren – darüber wurde jetzt bei einer Veranstaltung informiert, mit der sich das Krankenhaus an der „Digitalen Woche“ der Stadt Osnabrück beteiligt hat. In der erstmals durchgeführten Informationswoche wurde in zahlreichen Veranstaltungen der Wandel durch die Digitalisierung thematisiert.

    Im Klinikum Osnabrück wurde von PD Dr. Johannes Rey, dem Chefarzt der Medizinischen Klinik II, und weiteren am Digitalisierungsprozess beteiligten Mitarbeitern wie Klinikums-IT-Leiter Ingo Mette, Oberarzt Dr. Marc Nguyen-Tat, Assistenzarzt Dr. Jens Rodeck und Digitalisierungs-/Prozessmanagement-Leiter Carsten Esser gezeigt, welche digital-gestützten Prozesse bereits im klinischen Alltag verankert sind und wo Prozesse zukünftig

    durch den Einsatz digitaler Lösungen unterstützt werden sollen. So wurden neben der Patientenaufnahme und der Patientenaufklärung per Tablet auch der Einsatz von mobilen Visitenwagen und der Einsatz einer integrierten digitalen Spracherkennung demonstriert. Am Beispiel eines Tele-Endoskopischen Eingriffs, also einer live per Video übertragenen Intervention im Gallengang, veranschaulichte Rey, welche Einsatzmöglichkeiten für digitale Technik bereits im klinischen Alltag bestehen.

    Wie Carsten Esser erklärte, werden neue digitale Lösungen nun nach und nach überall im Klinikum Osnabrück eingeführt. Zunächst wird jetzt im Juli die administrative Patientenaufnahme per Tablet umgesetzt. In der Folge wird in der Medizinischen Klinik II auch mit der Tablet-basierten Patientenaufklärung gestartet. Die von Chefarzt Dr. Johannes Rey geleitete Medizinische Klinik II dient hierbei als Pilotbereich. Wenn die Patientenaufklärung mittels Tablets dort etabliert ist, soll sie auch in die anderen Abteilungen des Krankenhauses ausgerollt werden. Der Einsatz der mobilen Visitenwagen erfolgt bereits im gesamten Klinikum, wird jedoch mit dem wachsenden Anteil an digital vorliegenden Informationen weiter intensiviert werden. Zukünftig wird hier sicher auch das Tablet für die Kitteltasche Einzug in den klinischen Alltag finden.

    Wie Esser deutlich machte, sei für die Einführung der hausweiten digitalen Patientenakte der Einsatz der vernetzten mobilen Geräte wichtig, um die Prozesse bei der Versorgung von Patienten effizienter und sicherer zu gestalten. Der Vorteil der mobilen Visite ist die schnelle Verfügbarkeit der Patienteninformationen zu jeder Zeit, an jedem Ort für jeden an der Versorgung des Patienten beteiligten Mitarbeiter. Ein weiterer Vorteil ist die Entlastung des Bereichs der Pflege. Schlechte Lesbarkeit, Unübersichtlichkeit oder häufig zeitaufwändige Aktensuche entfällt und auch Doppeldokumentationen sollen dadurch der Vergangenheit angehören – zeitliche Ressourcen, die der Patientenversorgung zu Gute kommen und vor allem die Patientensicherheit erhöhen.

    Bisher kommt für jeden Patienten eine dicke Mappe zusammen, in der Dokumente und Formulare mit Befunden, Vital-/Laborwerten, Therapieanweisungen, Medikationen etc. abgeheftet werden. All diese Informationen können künftig an allen Stellen im Krankenhaus ganz einfach per Knopfdruck abgerufen werden.

    Weiterhin soll der Einsatz der integrierten intelligenten und lernenden digitalen Spracherkennung den Prozess des nachgelagerten Abtippens von erstellten Memos der Anweisungen von Ärzten ersetzen. Der gesamte Dokumentations- und Schreibprozess kann so deutlich beschleunigt und vereinfacht, Ressourcen, die den Patienten zugutekommen freigesetzt und auch Weiterbehandler schneller mit den notwendigen Informationen zum Patienten bedient werden.

    Esser hebt hervor, dass die Digitalisierung im Klinikum als ein riesiges Gemeinschaftsprojekt zu sehen sei. Die bisherige hervorragende Zusammenarbeit und aktive Mitgestaltung aller beteiligten Bereiche und involvierten Mitarbeiter sei hier besonders herauszustellen. Sie ist die Grundlage dafür, dass ein solches Projekt überhaupt angegangen und erfolgreich vorangetrieben werden kann.

    Wie Ingo Mette, der IT-Leiter des Klinikums Osnabrück verdeutlichte, wird des Weiteren aktuell das gesamte Netzwerk im Klinikum Osnabrück erneuert. U.a. werden ca. 650 Access Points ausgetauscht, um in dem weitläufigen Gebäude die Umsetzung der elektronischen Patientenakte den hochverfügbaren Einsatz der mobilen Lösungen zu ermöglichen. Ziel ist es, dass die elektronische Patientenakte mit den vom Bundesgesundheitsministerium vorgegebenen Funktionen zum Stichtag im Januar 2021 überall im Klinikum Osnabrück zur Verfügung steht. Darüber hinaus sollen noch weitere Funktionen ergänzt werden.

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