• Mitarbeitergesundheit aus einer Hand

    Betriebsarztzentrum Osnabrück neu aufgestellt: Neue Geschäftsform und neue Leistungen für 30.000 Angestellte

    Osnabrück, 28.03.2017. Das Betriebsarztzentrum Osnabrück (baz) hat sich neu aufgestellt: Nachdem die 1974 gegründete Einrichtung, die arbeitsmedizinische Dienstleistungen für Unternehmen und Institutionen anbietet, zuvor als Verein organisiert war, ist sie Anfang des Jahres in eine neue Geschäftsform als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) überführt worden. Seitdem stellt das baz nicht mehr nur Betriebsärzte und Arbeitsmediziner bereit, deren Aufgaben in der Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu allen Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes liegen, sondern es erbringt ein vollständiges Paket, das alle Felder von arbeitsmedizinischer Vorsorge, „Betrieblichem Gesundheitsmanagement“ (BGM), Arbeitssicherheit, Unterstützung des Arbeitgebers bei Suchtproblemen im Betrieb sowie Beratung in verkehrs- und reisemedizinischen Belangen umfasst.

    Das baz betreut in Osnabrück und im Umland mehr als 170 Unternehmen mit insgesamt rund 30.000 Mitarbeitern. Leiter der neu gegründeten Gesellschaft ist Alexander Lottis, einer der beiden Geschäftsführer des Klinikums Osnabrück. Das Klinikum Osnabrück gehört mit seinen 2.500 Mitarbeitern zu den größten Kunden des baz, daneben lassen sich viele weitere namhafte Arbeitgeber wie die Stadt Osnabrück oder die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück vom baz betreuen. Nach den Worten von Lottis arbeiten fast alle Unternehmen und Institutionen, die zuvor betreut wurden, in der neuen Organisationsform weiter mit dem baz zusammen. „Man kann sagen, dass uns 99,9 Prozent der Mitglieder die Treue gehalten haben. Das ist ein Indiz für die Qualität unserer Leistungen – aber es zeigt auch, wie wichtig sie für die Arbeitgeber sind“, macht Lottis deutlich.

    Gemeinsam mit Hellmann Consulting Security & Safety, einer Tochter des Logistikbetriebs, bietet das baz neu ein umfangreiches Paket von Leistungen auf dem Feld Arbeitssicherheit an, das u.a. Bereiche wie Gefahrstoffmanagement, die Prüfung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen, Brandschutz und die Schulung von Mitarbeitern umfasst. Wie der 49-jährige Lottis erklärt, werden die neuen Leistungen bereits seit einiger Zeit vermehrt von den Unternehmen und Institutionen beim baz nachgefragt. Beispielsweise seien zurzeit viele Arbeitgeber damit befasst, ein BGM aufzubauen. „Da wir ohnehin die Betriebsärzte stellen und uns mit den Belangen der Arbeitsmedizin in den Betrieben auskennen, können wir die Arbeitgeber dabei unterstützen, darauf aufbauend besonders zielführende Gesundheitsleistungen für ihre Mitarbeiter zu konzipieren. Solch eine Verzahnung gibt es nur bei uns.

    Für Lottis steht außer Frage, dass BGM – also die systematische Steuerung von Mitarbeitergesundheit zur Steigerung von Zufriedenheit, Leistung und Erfolg, genaue  Kenntnisse der Arbeitswelt und der Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz voraussetzt. „Es ist schwierig, ein wirkungsvolles BGM aufzubauen, bei dem die einzelnen Angebote gut aufeinander abgestimmt sind und dann auch wirklich den Bedürfnissen der Mitarbeiter entsprechen.“ Da es keine gesetzlichen Grundlagen gibt, werde überall etwas anderes unter BGM verstanden und niemand wisse genau, welche Angebote ausgewählt werden sollten. „Es kommt darauf an, dass am Anfang ein Screening gemacht wird, das den genauen Bedarf zeigt. Nur auf einer solchen Grundlage lassen sich die Prozesse zielführend steuern – und gerade dabei können wir wertvolle Unterstützung leisten, weil wir die Situation der Arbeitnehmer in den Betrieben genau kennen“, so Lottis.

    Wie er berichtet, befassen sich im Zusammenhang mit dem Aufbau von BGM auch viele Arbeitgeber damit, ihren Mitarbeitern Angebote zur psychologischen Betreuung und zur Prävention/Therapie von Sucht bereitzustellen. Nach Meinung von Lottis hat dieser Bereich eine besonders große Bedeutung. „Ich finde es wichtig, dass Mitarbeiter Hilfe bekommen können, wenn sie beispielsweise von zu großer Arbeitsbelastung, Konflikten mit Kollegen oder Sucht betroffen sind. Aber es liegt natürlich auch im Interesse der Arbeitgeber, weil solche Ursachen zu vielen Fehltagen und häufig auch zu Frühverrentung führen“, sagt Lottis. Um die Arbeitgeber auf diesem Feld zu unterstützen, halte das baz Psychologen vor, die regelmäßige Gesprächs- und Therapie-Angebote in Unternehmen machen könnten. „Solche Angebote können kostenlos und natürlich absolut anonym von den Mitarbeitern in Anspruch genommen werden. Der große Vorteil liegt darin, dass ein Mitarbeiter, der solche Hilfe braucht und sie auch annehmen möchte, nicht erst sechs Monate lang auf einen Termin warten muss.“

    Lottis geht davon aus, dass beim Aufbau von Gesundheitsleistungen in Betrieben ebenso wie bei der Arbeitssicherheit und beim Gesundheitsschutz noch viel zu tun ist. „Es gibt nach wie vor viele Unternehmen, die sich selbst mit den gesetzlichen Anforderungen an Arbeitssicherheitsthemen bislang noch nicht hinreichend befasst haben – so etwas fällt dann oft Prüfungen der Gewerbeaufsicht auf.“

    Bild: Alexander Lottis leitet das neu gegründete baz