Klinik für Onkologie, Hämatologie, Blutstammzelltransplantation (Medizinische Klinik III)

Informationen für Ärzte / Fachinformationen

Klinische Schwerpunkte der Medizinischen Klinik III, Hämatologie und Onkologie

  • Hämatologie

    • Anämien, erworben oder ererbt (Thalassämien oder Hämoglobinopathien)
    • Gerinnungsstörungen
    • Hämatologische Autoimmunerkrankungen (z.B. Hämolysen und Immunthrombozytopenien)
    • Akute und chronische Knochenmarkschäden (Aplastische Anaemien)
    • Hodgkin- und Non – Hodgkin – Lymphome
    • Akute und chronische Leukämien sowie Myeloproliferative Syndrome
    • Myelome (Plasmozytome)
    • Myelodysplastische Syndrome
  • Internistische Onkologie

    • Gastrointestinale Tumoren: Speiseröhren- , Magen-, Dünn- und Dickdarmtumoren
    • Brustkrebs
    • Lungenkrebs
    • Tumoren des Urogenitaltrakts: Niere, Blase, Prostata
    • Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane, Ovarialkarzinome
    • Kopf- und Hals – Tumoren
    • Tumoren des Bindegewebes, Sarkome
    • Neuroendokrine Tumoren und Tumoren des zentralen Nervensystems
    • Melanome
  • Weitere gebietsübergreifende Schwerpunkte

    • Hochdosischemotherapie und autologe Blutstammzelltransplantation
    • Hämatologisches und hämozytologisches Speziallabor
    • Tumorschmerz- und symptomatische Palliativtherapie
    • Psychoonkologische Behandlung

Innovative Diagnostik und Therapie
Im Fachgebiet der Hämatologie und Onkologie ist es in den letzten Jahren zu einer Reihe bedeutender Fortschritte gekommen, die zu wesentlich verbesserten Behandlungs-ergebnissen bei einer Vielzahl von Blut- und Tumorerkrankungen geführt haben. Wir sind stets bestrebt, alle wichtigen Neuerungen zeitnah einzuführen, oder durch Kooperationen mit anderen Partnern modernste Therapien sicherzustellen:
Studiensekretariat: Frau Marion Molitor, Tel. 0541/405-6605
(Aktive Therapiestudien bei Lymphomen, Leukaemien, M. Hodgkin und andere)

  • Leitliniengerechte Therapie aller wichtigen Tumorerkrankungen
  • Multidisziplinäre Kooperationen in Tumor- und Organzentren:
    • Interdisziplinäres Tumorboard Klinikum Osnabrück
    • Arbeitsgruppe Thoraxtumoren Osnabrück (in Zusammenarbeit mit dem Lungenzentrum Ostercappeln)
    • DZO (Darmzentrum Osnabrück)
    • Tumorzentrum Osnabrück
  • Anwendung moderner Chemotherapieverfahren
  • Einsatz von Antikörpern gegen Tumorantigene und Wachstumsfaktoren
  • Therapie mit den modernen Möglichkeiten der zielgerichteten molekularen   Tumortherapie („targeted therapy“); antiangiogenetische und Multikinase-  Therapie
  • Enge Kooperation mit allen Fachabteilungen unseres Hause
  • Konsequente Weiterbildung des medizinischen Personals

Hochdosischemotherapie und autologe Blutstammzelltransplantation
Zu den wichtigsten Fortschritten der Medizin bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen des Blutes und des lymphatischen Systems – den Leukämien, Lymphomen und Plasmozytomen [Myelomen] – zählt heute die moderne Blutstammzelltransplantation. Obwohl in den letzten Jahren auch bei der Chemotherapie dieser Erkrankungen bedeutende Fortschritte erreicht werden konnten, ist die Blutstammzelltransplantation häufig die einzige Möglichkeit, effektiv zu behandeln oder sogar die Chance auf Heilung zu eröffnen. Am Klinikum Osnabrück wird das Verfahren der autologen Blutstammzelltransplantation routinemäßig eingesetzt.


Was sind Blutstammzellen?
Blutstammzellen sind wenig differenzierte Zellen im Knochenmark, aus denen die gesamte Vielfalt der Blutbildung und auch große Teile des zellulären Immunsystems entstehen. Aus den pluripotenten Stammzellen bilden sich nach einer unterschiedlich langen Reifungsphase die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die für die Abwehr von Infekten wichtigen weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Gerinnungsplättchen (Thrombozyten).


Welchen Zweck erfüllt die autologe Blutstammzelltransplantation?
Für eine Vielzahl bösartiger Erkrankungen des Bluts (Lymphome; Lymphknotenkrebse, Plasmozytome [Myelome], aber auch manche solide Tumoren) kann durch eine Standard – Chemotherapie keine dauerhafte Heilung erreicht werden. Durch eine erhebliche Dosissteigerung der Chemotherapie („Hochdosischemotherapie“) ist es erst möglich, in vielen Fällen den Tumor zur Ausheilung zu bringen. Leider würde die körpereigene Blutbildung, also die Blutstammzelle, die sehr hohe Chemotherapiedosis ebenfalls nicht überleben. Um eine derart dosiseskalierte Therapie durchführen zu können, ist eine autologe Blutstammzelltransplantation notwendig.


Wie wird die Hochdosischemotherapie und autologe Blutstammzelltransplantation durchgeführt?
Ist eine Hochdosis – Therapie mit autologer Blutstammzelltransplantation geplant, so wird zunächst durch eine konventionelle Chemotherapie ein Großteil des Tumors zerstört. Durch Anwendung von Blut – Wachstumsfaktoren gelingt es, die Blutstammzellen dazu zu bringen, ihre Nische im Knochenmark zu verlassen und im fließenden Blut für kurze Zeit zu erscheinen. Mit einem Blutzellseparator (einer Art großer Zentrifuge) können dann die Zellen aus dem fließenden Blut über einen einfachen venösen Zugang „geerntet“ werden. Das Verfahren selbst ist wenig belastend und verursacht keine Schmerzen. Die gewonnenen Stammzellen werden dann bei -196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff bis zur Transplantation eingelagert.
Wenige Tage nach der Stammzellspende findet dann die eigentliche Hochdosistherapie statt, die den Tumor zerstört, aber auch das Knochenmark so heftig schädigt, dass die zuvor gewonnenen und in Kälte gelagerten Blutstammzellen die Funktion der Blutbildung wieder übernehmen müssen. Wenige Tage nach der Hochdosistherapie werden daher die Stammzellen aus dem Stickstoffbad geholt, aufgetaut und dem Patienten in eine Vene gespritzt.

Es dauert nun ca. 10 – 14 Tage, bis es wieder zum Aufbau einer regulären Blutbildung gekommen ist. In dieser Phase ist der Patient durch Infektionen kritisch gefährdet. Aus diesem Grunde findet die Behandlung in einer besonders keimarmen Umgebung statt („Umkehrisolation“), es werden Antibiotika verabreicht, die Kost wird keimarm zubereitet, und es findet eine intensive Pflege statt.

Kommt die Blutbildung erst einmal in Gang, so normalisiert sich das Blutbild innerhalb weniger Tage. Das Transplantat ist dann in der Lage, die vollständige Knochenmarkfunktion lebenslang aufrecht zu erhalten.

Für das komplexe Verfahren der Hochdosistherapie und autologen Blutstammzelltransplantation sind erhebliche Qualitätsnormen zu erfüllen. Jeder Arbeitsschritt ist in Form einer Arbeitsanweisung und mit einer Richtlinie zur Qualitätssicherung genauestens festgelegt.

Das Klinikum Osnabrück hat für den Bereich der Stammzelltransplantation eine Akkreditierung nach den strengen europäischen JACIE – (Joint Accreditation Committee – ISCT & EBMT; Barcelona, Spain; www.jacie.org) Normen beantragt.


Allogene Blutstammzell- und Knochenmarktransplantation nach der Induktionstherapie am Klinikum Osnabrück
Vor allem Patienten mit akuten Leukämien (Hoch – Risiko – Gruppe) benötigen heute eine allogene Blutstammzell– oder Knochenmarkstransplantation (Geschwister- oder Fremdspendertransplantation), um eine aggressive Leukämie auch dauerhaft heilen zu können. Im Bereich der allogenen Transplantation kooperieren wir intensiv mit der Medizinischen Universitätsklinik Innere Medizin I der Universität Münster, die eine der modernsten Transplantationseinheiten in Deutschland betreibt. Turnusmäßig werden auf einer Leukamie- und Transplantationskonferenz die anstehenden Behandlungen im Transplantationszentrum vorgestellt und diskutiert. Somit können Wartezeiten für Transplantationen sehr kurz gehalten werden. Unnötige Wege für Patienten oder Spender werden vermieden. Die transplantationsmedizinische Nachsorge und die Sekundär-behandlung nach der Transplantation wird zu einheitlichen Standards wieder im Klinikum Osnabrück in der speziellen Transplantationsambulanz durchgeführt werden. Die Ärzte des Klinikums Osnabrück sind in Gremien des Transplantationszentrums der Universität Münster engagiert.

Konservative Intensivstation

Die konservative Intensivstation wird von den Chefärzten der Medizinischen Klinik I, II und III kollegial geleitet. Auf 14 Behandlungsplätzen mit Beatmungsmöglichkeit und Intensiv-Monitoring können alle speziellen intensivmedizinischen Behandlungsverfahren aus dem gesamten Bereich der inneren Medizin durchgeführt werden. Es wird sowohl die invasive als auch nicht invasive Beatmungstherapie (NIV) vorgehalten, die nach modernsten Standards mit optimaler Patientenanpassung und unter Führung speziell geschulten Pflegepersonals durchgeführt wird. Höchste Standards für die Patientensicherheit werden durch computergestützte, mehrfach redundante Monitor- und Infusionsüberwachungssysteme erreicht. Ein stationsspezifisches mikrobiologisches Management ermöglicht ein optimales Antibiotikaregime zur Behandlung von Infektionskrankheiten.

Als spezielle intensivmedizinische Überwachungs-, Diagnose- und Behandlungsverfahren werden vorgehalten:

  • Intraaortale Ballonpumpe (IABP) bei kardiogenem Schock
  • Invasives Monitoring (PICCO) zur kardialen und pulmonalen Kreislaufsteuerung
  • Diagnostische und therapeutische Lungenspiegelung (Bronchoskopie)
  • Punktions-Dilatationstracheotomie zur Langzeit-Beatmung
  • Einsatz aller Blutreinigungsverfahren (Hämodialyse, CVVH, Adsorbtionsverfahren, Membranplasmaseparation)
  • Notfall-Schrittmacherversorgung durch externe und interne Systeme
  • Einsatz computergesteuerter systemischer Kühlsysteme (cool guard) bei wiederbelebten Patienten

Die Patientenversorgung der konservativen Intensivstation zeichnet sich durch die Teamarbeit der Fachärzte aus den internistischen Teilgebieten für

  • Allgemeine innere Medizin
  • Kardiologie
  • Gastroenterologie
  • Onkologie
  • Nephrologie

in Zusammenarbeit mit den Konsiliarärzten der Neurologischen Klinik aus.

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