Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation

Untersuchungen

Verzeichnis häufiger Untersuchungen

Während Ihres stationären Aufenthaltes oder ambulant werden je nach Krankheitsbild verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Diese Untersuchungen werden häufiger mit Abkürzungen bezeichnet.

Daher erhalten Sie an dieser Stelle eine Übersicht der in unserer Klinik gängigen Untersuchungen mit ihren Abkürzungen (in alphabetischer Reihenfolge):

AEP = Akustisch evozierte Potentiale: vgl. EP

Angiographie: Die Angiographie ist eine Untersuchung der Blutgefäße. Hierzu wird ein dünner Schlauch typischerweise von der Leiste aus zu den hirnversorgenden Blutgefäßen vorgeschoben und Röntgen-Kontrastmittel in das Gefäß gespritzt. Computer-gestützt (digitale Subtraktionsangiographie = DSA) kann so der Gefäßbaum detailliert dargestellt werden. Die DSA findet hauptsächlich Anwendung bei der Diagnostik und Therapie von Schlaganfällen und Hirnblutungen.

DK = (Blasen-) Dauerkatheter: Der Urin wird durch einen Schlauch abgeleitet. Der Schlauch führt durch die Harnröhre in die Blase.

Braunüle: Name für eine kleine Kanüle, welche in eine Armvene gelegt wird, um Infusionen oder Medikamente verabreichen zu können.

BZ-TP = Blutzucker-Tagesprofil: Der Blutzucker-Gehalt des Blutes wird mehrfach am Tag gemessen, um Abweichungen von der Norm festzustellen.

CT = Computertomogramm: Das Grundprinzip der Computertomographie ist die Röntgenstrahlung. Allerdings werden die Bilder digital erfasst und von einem Rechner ausgewertet, so dass Schnittbilder und 3D-Rekonstruktionen aus dem Körperinnern berechnet werden können. Aufgrund der ständigen Verfügbarkeit hat die CT des Kopfes (CCT) einen hohen Stellenwert bei der Notfalldiagnostik unter anderem von Schlaganfall und Hirnblutung. Mittels Röntgen-Kontrastmittel können zusätzliche Informationen gewonnen werden.

“Doppler“ = Dopplersonosgraphie/”Duplex“ = Farbduplexsonographie: Ultraschall-Untersuchung der Gefäße am Hals und im Gehirn, die das Gehirn mit Blut versorgen. Mit diesem Ultraschallverfahren kann man den Fluss, Verengungen und Kalkablagerungen in den hirnversorgenden Arterien darstellen. Enge und verkalkte gehirnversorgende Arterien sind Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Die Untersuchung ist schmerzlos und hat keinerlei Nebenwirkungen.

EEG = Elektroenzephalographie: Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns mit Hilfe einer Haube und Elektroden. Das EEG dient beispielsweise der Prüfung, ob eine erhöhte Bereitschaft zu epileptischen Anfällen besteht und zur Registrierung von EP. Auch diese Untersuchung ist schmerzlos und ohne Nebenwirkungen.

EKG = Elektrokardiographie: Herzstrommessung. Messung der Reizleitung am Herzen, um z.B. Rhythmusstörungen nachzuweisen.

EMG = Elektromyographie: Darstellung und Messung der elektrischen Aktivität der verschiedenen Muskeln (”Muskelstrommessung“). Diese Untersuchung ist zum Beispiel bei Lähmungen indiziert. Anhand der Veränderungen Potentiale kann man bei Hinweise gewinnen, ob der Nerv oder der Muskel krankhaft verändert ist. Gesundheitsrisiken bestehen nicht, bei Patienten, die als Blutverdünner Marcumar einnehmen, wird die Untersuchung in der Regel aufgrund der Blutungsgefahr in den Muskel nicht durchgeführt.

EP = Evozierte Potentiale: Bei dieser Untersuchung wird die Veränderung der EEG-Kurve auf verschiedene Reize hin dargestellt. Die am häufigsten durchgeführten Untersuchungen sind die somatosensibel evozierten Potenziale (SEP), die motorisch evozierten Potenziale, die akustisch evozierten Potenziale (AEP) und die visuell evozierten Potenziale (VEP). Bei den SEP werden Nerven an dem Arm, Bein oder im Gesicht gereizt. Bei den AEPs werden dem Patienten Klick-Laute vorgespielt und bei den VEP Schachbrettmuster präsentiert. Ziel ist es, auf die jeweiligen Reize hin, die EEG-Antwort hinsichtlich der Latenz und Amplitude auszuwerten. Hiermit kann man Verzögerungen der Nervenimpulsleitung in Gehirn und Rückenmark messen. Die Untersuchung hat keine Nebenwirkungen.

Infusionen: Flüssigkeiten, die dem Patienten über eine Vene zugeführt werden können. Diese Flüssigkeiten können z. B. dem Transport von Medikamenten oder auch der Ernährung dienen.

Klinische Untersuchung: Die klinisch-neurologische Untersuchung steht nach der Befragung des Patienten (Anamnese) an erster Stelle jeder neurologischen Diagnostik. Die Hilfsmittel des Neurologen sind Reflexhammer, Taschenlampe, Stimmgabel, Augenspiegel, Wattestäbchen, Nadelrad.

Liquor: „Nervenwasser“, wasserklare Flüssigkeit, die im Gehirn gebildet wird und das gesamte Gehirn umspült. Sie hat eine Schutzfunktion und dient als ”Wasserkissen” für das Gehirn. Bei Untersuchung des Nervenwassers werden üblicherweise Eiweiß und Zellzahl bestimmt. Darüber hinaus wird ein Teil des Nervenwassers in die Mikrobiologie und Virologie gesandt, um mögliche Krankheitserreger nachzuweisen. Liquoruntersuchungen sind indiziert bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen des Nervensystems.

LP = Lumbalpunktion: Zur Untersuchung des Liquor wird eine Probe dieser Flüssigkeit im Bereich der Lendenwirbelsäule entnommen. Auf diese Weise gelingt es, Veränderungen des Liquors nachzuweisen. Diese Untersuchung ist ein Routineverfahren, das bei sachgerechter Durchführung nahezu risikolos ist. Nach der Punktion können vor allem im Sitzen und Stehen Kopfschmerzen auftreten.

LZ-EKG = Langzeit-EKG: Der Rhythmus des Herzens wird über 24 Stunden gemessen und gespeichert. Hierbei können Rhythmusstörungen aufgezeichnet werden.

LZ-RR = Langzeit-Blutdruckmessung: Der Blutdruck wird über 24 Stunden gemessen und gespeichert. Hierbei kann der Blutdruckverlauf überprüft werden.

MEP = Motorisch evozierte Potentiale: vgl. EP

MRT = Magnetresonanztomographie = Kernspintomographie: Die Kernspintomographie bietet heute für die meisten Fragestellungen die beste Darstellung von Gehirn und Rückenmark und hat deshalb in der Neurologischen Diagnostik eine Schlüsselstellung. Die Methode beruht nicht auf Röntgenstrahlung, sondern auf einem starken Magnetfeld, das in einem Tunnel aufgebaut wird. Die Methode eignet sich u.a. zur Darstellung von Entzündungen, Tumoren, Schlaganfällen, Blutungen und Erkrankungen der Blutgefäße.

NLG = Nervenleitgeschwindigkeit/Elektroneurographie: Untersuchung der Leitfunktion der Nerven mit Hilfe von Reizelektroden. Hierdurch kann geprüft werden, ob lokal begrenzte oder generelle Nervenschädigungen vorliegen.

SSEP = Somatosensible evozierte Potentiale: vgl. EP

VEP = Visuell evozierte Potentiale: Während Sie verschiedene Muster auf einem Bildschirm sehen, wird ein EEG abgeleitet. Dies dient der Prüfung, ob sich krankhafte Veränderungen bei der Verarbeitung des Sehreizes feststellen lassen.

ZVK = Zentraler Venenkatheter: Dies ist ein sehr dünner Schlauch, der in eine große Vene gelegt wird. Hierdurch können Medikamente und Flüssigkeiten auch in größeren Mengen verabreicht werden, die feinen Venen an Armen oder Beinen werden nicht gereizt. Das Legen eines ZVK ist aber mit Risiken verbunden, so dass Infusionen nicht routinemäßig über einen ZVK gegeben werden.