Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation

Erkrankungen

Informationen zu den wichtigsten Krankheitsbildern

Schlaganfall

  • Wie häufig ist ein Schlaganfall?

    Pro Jahr ereignen sich in Deutschland etwa 250.000 Schlaganfälle. Unter einem Schlaganfall versteht man eine Durchblutungsstörung des Gehirns. Jeder 10. Deutsche über 50 Jahren stirbt an den Folgen eines Schlaganfalls. Der Schlaganfall stellt damit die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderung und Pflegebedürftigkeit dar.

  • Was bedeutet Schlaganfall?

    Die meisten Schlaganfälle entstehen durch Verstopfung eines Blutgefässes mit Unterbrechung der Blutzufuhr zu einem Teil des Gehirns. Zweithäufigste Ursache sind Einblutungen in das Gehirngewebe. Da die Symptome in der Regel schlagartig auftreten, ist es zu der Bezeichnung Schlaganfall gekommen.

  • Was sind typische Symptome?

    Typische Symptome sind: Lähmungen, Missempfindungen, Taubheitsgefühle, Sprechstörungen, Wortfindungsstörungen, Sehstörungen, Schwindel oder Störungen des Bewusstseins.

    Anders als beim Herzinfarkt, der meist mit heftigen Schmerzen einhergeht, zählt Schmerz nicht zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls. Aus diesem Grunde werden vor allem nur vorübergehende Ausfallssymptome oft nicht ernst genommen. Gerade diese sind jedoch häufig Vorboten eines schweren Schlaganfalls mit dann bleibenden Behinderungen, die möglicherweise bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie hätten vermieden werden können.

    Daher gilt: Patienten, bei denen akut die oben beschriebenen Symptome auftreten, sollten über das Notarztsystem in ein Zentrum mit spezialisierter Schlaganfalleinheit (stroke unit) eingewiesen werden. Dort findet unverzüglich eine Abklärung und Entscheidung über die Akutsituation der Therapie statt.

  • Was ist eine Stroke Unit?

    Stroke Units sind hochspezialisierte Stationen, die für die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten eingerichtet sind. Auf der Stroke Unit werden Patienten in der akuten bzw. instabilen Krankheitsphase untersucht und behandelt. Es können alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen auf sehr hohem Niveau nach aktuellen Standards durchgeführt werden. Dadurch sind die Voraussetzungen geschaffen, um für den Patienten das günstigste mögliche Behandlungsergebnis zu erreichen

    Bei einer überregionalen Stroke Unit wie in unserer Klinik besteht eine 24-Stunden-Versorgung im ärztlichen und pflegerischen Bereich. Alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bis hin zur Angiographie und lokalen Lyse sind in 24-Stunden-Bereitschaft vorhanden.

    Alle Patienten werden mehrmals täglich untersucht. Es erfolgt eine kontinuierliche Überwachung von EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Atmung, von Herzfrequenz und Temperatur sowie eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckers. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, auf Abweichungen dieser Parameter zu reagieren und so eine bestmögliche Genesung zu ermöglichen.

    Die Überwachung der Patienten liefert auch diagnostische Informationen. So können Herzrhythmusstörungen besser erkannt und Hinweise auf eine arterielle Hypertonie oder ein obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) gewonnen werden.

    Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Behandlung auf einer Stroke Unit besteht in der Vermeidung von Komplikationen. Als wichtigste Komplikationen sind Pneumonie, Harnwegsinfektion, Dekubitus und Thrombose zu nennen.

    Darüber hinaus erfolgen auf einer Stroke Unit zu Beginn und im weiteren Verlauf die wichtigsten Zusatzuntersuchungen wie Doppler- und Duplexsonographie, Echokardiographie und eine erste Labordiagnostik zur Abklärung der Schlaganfallursache.

    In der Regel können Sekundärprävention (Schutz vor erneutem Schlaganfall) begonnen und Risikofaktoren behandelt werden.

    Ein weiterer Baustein in dem Konzept der Stroke Unit ist die rasch einsetzende Therapie mit Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie entsprechend den individuellen Erfordernissen. Spezielle Therapieverfahren wie eine Antikoagulation oder Thrombolyse stellen auf die bisher genannten Maßnahmen aufbauende zusätzliche Therapieverfahren dar. Diese besonderen Therapien sind nur wenigen Patienten vorbehalten, erfordern entsprechende Erfahrung, Kompetenz und eine gute Logistik.

    Die Summe der auf einer Stroke Unit gewonnenen Informationen ermöglicht bereits nach kurzer Zeit die Planung und Organisation des weiteren Vorgehens. So können Patienten von der Stroke Unit direkt nach Hause entlassen oder in eine Rehabilitationseinrichtung oder ein heimatnahes Krankenhaus zur weiteren Einstellung der vaskulären Risikofaktoren verlegt werden. Am häufigsten werden die Patienten auf eine Allgemeinstation verlegt, um die Diagnostik zu vervollständigen, über die Sekundärprophylaxe zu entscheiden oder – sofern dies erforderlich ist – die weitere pflegerische Versorgung zu regeln.

  • Kann man einen weiteren Schlaganfall verhindern?

    Um das Risiko für das erneute Auftreten eines Schlaganfalls zu senken, werden bei den meisten Patienten nach einem ersten Schlaganfall Medikamente wie Acetylsalicyläure (z. B. ASS®) oder Clopidogrel (z.B. Iscover®, Plavix®) oder Dipyridamol+ASS (Aggrenox®), manchmal auch Cumarine (Marcumar®) gegeben. Ebenso wichtig für die Verhinderung eines erneuten Schlaganfalls ist die Einstellung der Risikofaktoren wie Bluthochdruck, schlecht eingestellter Blutzucker, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen und starker Alkoholkonsum. Sollte sich in der Ultraschalluntersuchung der Halsgefässe eine kritische Engstelle an den Halsschlagadern zeigen, kann diese in Zusammenarbeit mit der allgemeinchirurgischen Klinik unseres Hauses operiert oder mittels einer Ballondilatation (Stent) aufgedehnt werden.

Multiple Sklerose

In unserer Neurologischen Klinik liegt ein Schwerpunkt in der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose. Wir bemühen uns um eine optimale und für den Patienten auch praktische Betreuung durch die Verzahnung von stationärer Abklärung und einer großen MS-Spezialambulanz. Unsere Klinik ist seit 2007 aufgrund der großen Erfahrung von der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft mit dem Zertifikat “Anerkanntes MS-Zentrum” ausgezeichnet.

  • Was ist Multiple Sklerose?

    Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des Zentralen Nervensystems (ZNS; Gehirn und Rückenmark), bei der Abwehrzellen des körpereigenen Abwehrsystems ohne sinnvollen Grund Teile der Markschicht, die die Nerven umhüllt (Myelinscheiden) und die Nervenbahnen selbst (Axone) angreifen. Teilweise können die angegriffenen Myelinscheiden repariert werden, aber von Anfang an wird ein Teil der Axone funktionsuntüchtig und geht zugrunde.

    Die Erkrankung beginnt schon weit früher als erste Krankheitszeichen sichtbar werden, die Krankheitszeichen können letztlich in jedem Alter auftreten, obwohl ein Krankheitsbeginn vor der Pubertät bzw. nach dem 60.Lebensjahr selten ist.

  • Wie häufig ist Multiple Sklerose?

    Die Multiple Sklerose ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters.

    Weltweit erkranken ca. 2 Millionen Menschen, in Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf 120.000 bis 180.000 geschätzt.

    Das Durchschnittsalter bei Beginn der Erkrankung liegt zwischen 20 und 45 Jahren; Frauen erkranken häufiger als Männer (Verhältnis 3:2).

  • Welche Verlaufsformen gibt es?

    Der Krankheitsverlauf ist bei jedem einzelnen unterschiedlich

    • bei über 80 % der Patienten beginnt die MS mit einem schubförmigen Verlauf
    • bei ca. 40 % kommt es unbehandelt über eine Zeitachse von ca. 10 Jahren zum Übergang von der schubförmigen in eine schleichende, die sekundär chronisch-progrediente Verlaufsform; Schübe können zusätzlich auftreten
    • bei 5 bis 10 % der Patienten ereignen sich nie Schübe, die Erkrankung nimmt von Beginn an einen schleichenden primär chronisch-progredienten Verlauf

    Auch die Intensität der Schübe und des schleichenden Voranschreitens ist bei jedem Betroffenen höchst unterschiedlich.

  • Was ist ein Schub?

    Unter einem Schub versteht man das Neuauftreten oder die erhebliche Verstärkung von bereits zuvor vorhandenen Symptomen. Die Symptome eines Schubes können vielfältig sein; so können z.B. Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Koordinationsstörungen und Sehstörungen oder Störungen beim Wasserlassen auftreten. Anders als z.B. beim Schlaganfall treten diese Symptome in der Regel nicht schlagartig auf. Die Symptome halten bei einem Schub mindestens 24 Stunden an, treten mit einem Intervall von 30 Tagen zu vorausgegangenen Schüben auf und sind bei einem echten Schub nicht durch Veränderungen der Körpertemperatur (Uhthoff-Phänomen) oder Infektionen zu erklären.

  • Wie wird die MS diagnostiziert?

    Es gibt keine einzelne Untersuchung, anhand derer man die Diagnose einer Multiplen Sklerose stellen kann. Neben typischen neurologischen Symptomen sind bestimmte Veränderungen in der Kernspintomographie (MRT), in der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), sowie in den elektrophysiologischen Untersuchungen (VEP, FAEP, SSEP, MEP) typisch.

  • Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

    Schubtherapie:

    Ein Schub wird in der Regel mit einer Cortisonstoßtherapie behandelt.

    Prophylaxe mit dem Ziel, den Krankheitsverlauf herauszuzögern und zu mildern:

    Seit 1996 ist es möglich, nicht nur symptomatisch Schübe zu behandeln, sondern mit sogenannten Immunmodulatoren den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen, dabei die Häufigkeit und Intensität von Schüben zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu mildern. Derzeit zugelassene Medikamente sind die ß-Interferone (Avonex®, Betaferon® und Rebif®) und das Glatirameracetat (Copaxone®). Ausserdem stehen Immunssuppressiva wie Mitoxantron (Ralenova®), Azathioprin und Cyclophosphamid (Endoxan®) zur Verfügung. In bestimmten Therapiesituationen können auch intravenöse Immunglobuline zum Einsatz kommen.

    Mit dem Medikament Tysabri®, einem monoklonalen Antikörper, ist seit 2006 ein sehr wirksames Medikament zur Behandlung von hochaktiven schubförmigen Verläufen der MS oder von Verläufen, die durch Behandlung mit ß-Interferonen oder Copaxone nicht zu stabilisieren sind, zugelassen worden.

    Lebhaft wird an weiteren Medikamenten geforscht. Auch an unserem Hause werden in der Multiple-Sklerose-Ambulanz klinische Studien durchgeführt, die zur Zulassung eines neuen Medikaments führen können.
    Symptomatische Therapie:
    Neben der Schubtherapie und immunmodulatorischen Basistherapie hat auch die Therapie von Symptomen einen wichtigen Stellenwert. Viele Symptome lassen sich mit Medikamenten, Physiotherapie, Ergotherapie und physikalischen Massnahmen gut lindern.

Epilepsie

  • Warum entsteht ein epileptischer Anfall?

    Epilepsien können Folge einer anderen Erkrankung sein (symptomatisch), aber auch ohne erkennbare Ursache auftreten (idiopathisch). Ursachen einer symptomatischen Epilepsie sind häufig Hirnverletzungen, Schlaganfälle, Alkoholentzug oder Hirntumoren. Bei idiopathischen Epilepsien geht man von einer angeborenen erhöhten Neigung zu epileptischen Anfällen aus. Es gibt Epilepsien, die nur ganz bestimmte Hirnregionen betreffen (fokal), und solche, die das gesamte Gehirn mit einbeziehen (generalisiert).

  • Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

    Am Anfang der Diagnostik steht die Krankengeschichte und insbesondere die Aussage von Personen, die den Anfall beobachtet haben. Hierbei ist vor allem wichtig, wie der Anfall begonnen hat, welche Gesichtsfarbe der Patient hatte, ob es zu unnatürlichen Bewegungen gekommen ist, ob diese Bewegungen den gesamten Körper oder nur einzelne Gliedmaßen betroffen haben, ob der Patient bewusstlos war und wie lange es gedauert hat, bis er wieder orientiert war. Bei vielen epileptischen Anfällen kann sich der Patient typischerweise an den Anfall selbst nicht erinnern (Amnesie), in anderen Fällen werden bestimmte Vorboten eines Anfalls durch den Patienten geschildert. Diese Angaben sind wichtig, um epileptische Anfälle besser einordnen zu können und von anderen Erkrankungen wie z.B. Synkopen (Ohnmachtsanfälle durch Fehlregulation des Kreislaufs) abzugrenzen. Danach kommen die klinische Untersuchung sowie technische Untersuchungsverfahren wie EEG, bildgebende Verfahren (MRT oder CCT) und ggf. Liquor- und Labordiagnostik zum Einsatz.

  • Ist eine Therapie notwendig?

    Nach einem ersten epileptischen Anfall muss nicht in jedem Fall eine Therapie durchgeführt werden. Ihr Arzt wird dies ausführlich mit Ihnen besprechen. Wenn Sie und der Arzt sich zu einer Behandlung entschließen, ist erstes Ziel der Behandlung, eine vollständige Anfallsfreiheit ohne medikamentöse Nebenwirkungen, manchmal aber auch eine Verringerung der Anfallshäufigkeit oder die Verminderung der Schwere der Anfälle.

    Nicht der Anfall allein ist es, der viele Betroffenen dazu veranlasst, einer Behandlung zuzustimmen, sondern die sozialen Auswirkungen einer Epilepsie. In einer Lebensqualitätsuntersuchung wurden erwachsene Epilepsiepatienten mit mittelschweren Epilepsien nach ihren Sorgen in Zusammenhang mit ihrer Erkrankung befragt. Die am häufigsten genannten Befürchtungen sind demnach Probleme mit oder durch:

    • Fahrerlaubnis (28%)
    • Arbeitsstelle (23%)
    • Unabhängigkeit (10%)
    • Verletzungsgefahr (7%)
    • Medikamentennebenwirkungen (5%)
  • Welche Therapien gibt es?

    Der Einsatz von Medikamenten ist die am häufigsten angewendete Behandlungsform. Wichtig ist auch die Erkennung und Vermeidung von Anfallsauslösern. Seltener kann eine operative Entfernung von Anfallsherden oder Leitungsunterbrechung (Durchtrennung von Nervenbahnen, über die sich Anfälle ausbreiten) die sinnvollste Therapiemethode sein.

  • Wo sollte die Behandlung erfolgen?

    Bei einem erstmalig aufgetretenen epileptischen Anfall oder bei einer Anfallshäufung sollte, in der Regel mit Notarzt, eine sofortige Vorstellung in einer Neurologischen Klinik erfolgen.

    Grundsätzlich kann nach der stationär durchgeführten Diagnostik die Behandlung eines Epilepsiepatienten vom Hausarzt in Zusammenarbeit mit einem Neurologen mit Epilepsieerfahrung erfolgen. Für Patienten mit besonderen diagnostischen, therapeutischen oder sozialen Problemen wurden Epilepsieambulanzen eingerichtet. Dies sind regionale Spezialeinrichtungen, die der Diagnostik, Behandlung und der sozialmedizinischen Betreuung von Problemfällen sowie der epileptologischen Fortbildung niedergelassener Ärzte und aller mit der Rehabilitation Epilepsiekranker befasster Personen dienen. Ziel der Betreuung in einer spezialisierten Ambulanz ist nicht nur die korrekte Diagnosestellung und Therapie von Problempatienten, sondern die umfassende Aufklärung über das Krankheitsbild und die Beratung bezüglich Berufswahl, Impfungen, Wechselwirkungen mit anderen medikamentösen Therapien, Medikamentenänderungen bei geplanten Operationen oder Schwangerschaft, Gefahren bei Reisen, Fahrtauglichkeit und die genetische Beratung. Auch in unserer Klinik ist eine Anbindung in der Spezialambulanz für Epilepsie auf Überweisung durch einen Neurologen oder Nervenarzt möglich.

Morbus Parkinson

  • Wie häufig ist die Parkinson’sche Krankheit?

    In der Bundesrepublik leben derzeit etwa 200.000 bis 250.000 Parkinson-Patienten. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen liegt bei ca. 20.000 bis 25.000.

  • Woher kommt der Name Parkinson’sche Krankheit?

    Namensgeber der Parkinson’sche Krankheit ist der Londoner Arzt und Apotheker James Parkinson, der von 1755 bis 1824 lebte. Er veröffentlichte als erster im Jahre 1817 eine Abhandlung über diese Krankheit: “Essay on the Shaking Palsy”, zu deutsch: “Über die Schüttellähmung”. Mit scharfer Beobachtungsgabe beschrieb er die wichtigsten Symptome der später nach ihm benannten Krankheit. Der berühmte französische Nervenarzt Professor Jean Marie Charcot war 1884 der erste, der den Namen Morbus Parkinson, also Parkinson’sche Krankheit, benutzte.

  • Was passiert bei der Parkinson’schen Krankheit?

    Aus noch nicht geklärter Ursache verlieren Nervenzellen einer bestimmten Region im Gehirn (schwarze Substanz) ihre Funktion und können daher den Botenstoff Dopamin nicht mehr produzieren. Das Dopamin ist u.a ein Botenstoff im Gehirn, der Regulationsprozesse für die Beweglichkeit der Muskeln und Bewegungskontrolle und aber auch vieles mehr vermittelt. Die Entdeckung dieses Krankheitsmechanismus wurde erst in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts gemacht, so dass dann auch erst ein medikamentös therapeutischer Ansatz geschaffen werden konnte. Ziel ist, das fehlende Dopamin zu ersetzen. Das kann geschehen durch Dopamin selbst bzw. einer Vorstufe (L-Dopa) oder durch Imitation der Dopaminwirkung an den direkten Wirkorten des Dopamins im Gehirn mittels so genannter Dopaminagonisten.

  • Warum ist eine sichere Diagnosestellung so wichtig?

    Es gibt eine Reihe an Erkrankungen, die ähnliche oder sogar die gleichen Symptome wie die Parkinson’sche Krankheit zeigen. Diese Erkrankungen haben aber andere Ursachen, werden teilweise auch anders behandelt und haben eine andere Prognose. Hierzu gehören unter anderem Krankheiten wie ein vaskuläres Parkinson-Syndrom (Verlust der dopaminproduzierenden Nervenzellen durch wiederholte kleine Schlaganfälle), ein Normaldruckhydrozephalus (Nervenwasserzirkulationsstörung), Multisystematrophien (Rückbildung/Degeneration bestimmter Regionen im Gehirn und Rückenmark noch ungeklärter Ursache) oder ein medikamentös bedingtes Parkinsonoid (durch Medikamente gegen Unruhe und Wahrnehmungsstörungen).

  • Wo sollte ein Parkinson-Patient betreut werden?

    Aufgrund des meist schleichenden Beginns der Erkrankung erfolgt meistens anfangs eine Vorstellung beim niedergelassenen Neurologen oder Nervenarzt. Zur Sicherung der Diagnose, oder bei schwer behandelbaren Patienten kann eine stationäre Behandlung notwendig oder Vorstellung in unserer Spezialambulanz für Bewegungsstörungen sinnvoll sein. Bei akuter Verschlechterung, z.B. im Rahmen eines Infekts, kann auch eine notfallmäßige stationäre Einweisung notwendig werden.

    Die Auswahl des Medikamentes geschieht nach sorgfältiger Untersuchung des Patienten in Abhängigkeit von der vorherrschenden Symptomatik, des Alters des Patienten, der Schwere und der Schnelligkeit des Verlaufs der Erkrankung.

Dystonien

  • Was ist das?

    Bei Dystonien handelt es sich um unwillkürlich einsetzende willentlich nicht unterdrückbare Bewegungen einzelner Muskelgruppen.
    Die Störung betrifft meistens ganz bestimmte Körperregionen wie Kopf und Hals (cervikale Dystonie, Schiefhals oder Tortikollis genannt) oder auch die Augen mit unwillkürlicher Blinzelneigung (Blepharospasmus) oder bewegungsprovoziert den Arm und die Hand im Sinne eines Schreibkrampfes. Auch kann der ganze Körper betroffen sein.

    Meistens lässt sich keine Ursache finden, manchmal entstehen Dystonien nach Schädigungen bestimmter Hirnregionen.

    Die Therapie ist medikamentös möglich aber führt häufig nicht zu einer zufrieden stellenden Reduktion der Symptome, so dass sich seit Anfang der neunziger Jahre eine symptomatische lokale Behandlung etabliert hat: es wird ein Gift mit muskellähmender Wirkung direkt in die überaktiven Muskeln gespritzt. Die Krankheit wird dadurch zwar nicht geheilt aber immerhin ist eine Rückgewinnung an Lebensqualität zu erreichen. Bei dem Medikament handelt es sich um ein aufgereinigtes Bakteriengift (Botulinumtoxin). Die Wirkdauer beträgt 3 Monate. Die Behandlung kann ohne Nebenwirkung beliebig lange fortgeführt werden.

Kopfschmerzen

  • Was kann sich hinter Kopfschmerzen verbergen?

    Kopfschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben, so z.B.:

    • Migräne
    • Spannungskopfschmerz
    • Hirntumor
    • Hirnblutung
    • Sinusvenenthrombose
    • Hirnhautentzündung (Meningitis)

    Das Symptom Kopfschmerzen kann also ernste, dringend behandlungsbedürftige Gründe oder auch harmlosere Gründe haben. Bei akut einsetzenden, bislang nicht bekannten heftigen Kopfschmerzen ist zum Ausschluss ernster und sofort zu behandelnder Ursachen eine umgehende Vorstellung in einer Neurologischen Klinik erforderlich.

  • Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

    Wichtig für die korrekte Diagnosestellung ist die detaillierte Befragung des Patienten und eine klinische Untersuchung. Je nach Ergebnissen werden im Anschluss daran Untersuchungen wie bildgebende Verfahren (CCT und/oder MRT), EEG und Liquorpunktion durchgeführt werden.

  • Welche Therapie ist die richtige?

    Die Therapie von Kopfschmerzen richtet sich nach der jeweiligen Ursache.

Polyneuropathie

  • Wie kann ich eine Polyneuropathie behandeln?

    Die Therapie einer PNP richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Aus diesem Grund ist die zum Teil aufwändige Diagnostik erforderlich. Schmerzhafte Missempfindungen durch eine PNP lassen sich außerdem gut mit bestimmtem Medikamenten lindern, in manchen Fällen kann eine Physiotherapie sinnvoll sein.

Schwindel

  • Welche Ursachen kann Schwindel haben?

    Schwindel ist sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich eines der am häufigsten geklagten Symptome überhaupt. Schwindel ist Folge ganz unterschiedlicher Erkrankungen.

    Schwindel kann auftreten bei

    • Schädigungen des Gehirns (Zentraler Schwindel, z.B. Schlaganfall)
    • Schädigungen des Gleichgewichtsnervs (Neuritis vestibularis)
    • Schädigungen oder Irritationen des Innenohrs (Gutartiger Lagerungsschwindel, Menière’sche Krankheit)
    • Kreislaufstörungen (orthostatische Dysregulation, Herzrhythmusstörungen)
    • Psychischen Problemen (Phobischer Schwindel)
  • Wie kann man die Ursache des Schwindels herausfinden?

    Maßgeblich ist eine frühzeitige detaillierte Erhebung der Krankengeschichte. Der Schwindel wird typische Unterformen (Dreh-/Schwank-/Lift-/Drift-/Benommenheitsschwindel) unterteilt. Wir erfragen Zusatzsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schwarzwerden vor den Augen, Ohrgeräusche, Ohrdruckgefühl, Hörminderung, undeutliche Aussprache, Lähmungen, Gefühlsstörungen und Angst. Auch die zeitliche Abfolge der genannten Beschwerden und bestimmte Auslösemechanismen wichtig. Die anschließende körperliche Untersuchung sowie weitere technische Untersuchungsverfahren, hier insbesondere MRT, AEP, Doppleruntersuchung der Hals- und Hirngefäße und ggf. eine ergänzende Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Untersuchungen des Herz-/Kreislaufsystems führen zur Ursache des Schwindels.

  • Welche Therapien können zum Einsatz kommen?

    Die Therapie von Schwindel richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Grundlegend für alle Schwindelformen ist es jedoch, rasch für möglichst intensive Bewegung zu sorgen und Meideverhalten zu unterlassen, weil es ansonsten auch bei harmlosen Schwindelformen zu einer phobischen Verarbeitung mit Entwicklung eines Phobischen Schwindels kommen kann.

  • Wie schnell muss Schwindel abgeklärt werden?

    Bei plötzlichem Auftreten eines Schwindels sollten Sie sich sofort in einer Neurologischen Klinik vorstellen, um ernste Ursachen wie z.B. einen zugrunde liegenden Schlaganfall rechtzeitig erkennen zu können. Bei bereits länger bestehenden Beschwerden ist eine ambulante Untersuchung möglich

Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen Verstanden