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Arzt im Einzelgespräch mit PatientinArzt im Einzelgespräch mit Patientin

INFORMATIONEN FÜR PATIENTEN

Checkliste – Geplante Aufnahme

Was nehme ich mit ins Krankenhaus bei der geplanten Aufnahme?

Für Sie:

  • Ausreichende bequeme Oberbekleidung (z. B. Jogging-Anzüge, T-Shirts, Hosen etc.), Bademantel, Unterwäsche und Nachtwäsche, Strümpfe
  • Rutschfeste flache Haus- und Straßenschuhe
  • Hygieneartikel/Waschutensilien (z. B. Seife, Handtücher, Waschlappen, Zahnbürste und -creme, Haftcreme für Zahnprothesen, Kamm etc.)
  • Eventuell vorhandene Hilfsmittel (z. B. Rollatoren oder Rollstühle) dürfen ohne Rücksprache mit uns mitgebracht werden
  • Bücher, Zeitschriften, Schreibzeug oder Dinge mit denen Sie sich gerne beschäftigen
  • Geld für das Telefon

 

Für uns:

  • Vorhandene Vorbefunde (CDs: Röntgen, MRT, etc.)
  • Untersuchungsunterlagen Ihres Allgemein-/Facharztes
  • Aktuelle Medikamentenliste mit Dosierungen vom einweisenden Arzt
  • Krankenhauseinweisung des behandelnden Arztes
  • Krankenversicherungskarte
  • Ggf. Zusatzversicherungs-Unterlagen
  • Adressen und Telefonnummern (Angehörige, Betreuer, etc.)
Wichtige Patienteninfos

Der Termin zur geplanten Aufnahme sollte immer vom einweisenden Arzt vereinbart werden!

Wenn nicht anders besprochen…

  • … ist es nicht notwendig, nüchtern zur geplanten Aufnahme zu kommen.
  • … nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein.
  • … melden Sie sich bei Ankunft zuerst an der Hauptpforte der Klinik an, danach auf der Station.
  • … können Sie die Station am Entlasstag ab 10 Uhr verlassen.

Kontakt

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne unter 0541 405-4235 zur Verfügung (8.00 – 16.30 Uhr).

Erkrankungen

Informationen zu den wichtigsten Krankheitsbildern

Schlaganfall

Wie häufig ist ein Schlaganfall?

Pro Jahr ereignen sich in Deutschland etwa 250.000 Schlaganfälle. Unter einem Schlaganfall versteht man eine Durchblutungsstörung des Gehirns. Jeder 10. Deutsche über 50 Jahren stirbt an den Folgen eines Schlaganfalls. Der Schlaganfall stellt damit die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderung und Pflegebedürftigkeit dar.

Was bedeutet Schlaganfall?

Die meisten Schlaganfälle entstehen durch Verstopfung eines Blutgefässes mit Unterbrechung der Blutzufuhr zu einem Teil des Gehirns. Zweithäufigste Ursache sind Einblutungen in das Gehirngewebe. Da die Symptome in der Regel schlagartig auftreten, ist es zu der Bezeichnung Schlaganfall gekommen.

Was sind typische Symptome?

Typische Symptome sind: Lähmungen, Missempfindungen, Taubheitsgefühle, Sprechstörungen, Wortfindungsstörungen, Sehstörungen, Schwindel oder Störungen des Bewusstseins.

Anders als beim Herzinfarkt, der meist mit heftigen Schmerzen einhergeht, zählt Schmerz nicht zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls. Aus diesem Grunde werden vor allem nur vorübergehende Ausfallssymptome oft nicht ernst genommen. Gerade diese sind jedoch häufig Vorboten eines schweren Schlaganfalls mit dann bleibenden Behinderungen, die möglicherweise bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie hätten vermieden werden können.

Daher gilt: Patienten, bei denen akut die oben beschriebenen Symptome auftreten, sollten über das Notarztsystem in ein Zentrum mit spezialisierter Schlaganfalleinheit (stroke unit) eingewiesen werden. Dort findet unverzüglich eine Abklärung und Entscheidung über die Akutsituation der Therapie statt.

Was sind Stroke Units?

Stroke Units sind hochspezialisierte Stationen, die für die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten eingerichtet sind. Auf der Stroke Unit werden Patienten in der akuten bzw. instabilen Krankheitsphase untersucht und behandelt. Es können alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen auf sehr hohem Niveau nach aktuellen Standards durchgeführt werden. Dadurch sind die Voraussetzungen geschaffen, um für den Patienten das günstigste mögliche Behandlungsergebnis zu erreichen

Bei einer überregionalen Stroke Unit wie in unserer Klinik besteht eine 24-Stunden-Versorgung im ärztlichen und pflegerischen Bereich. Alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bis hin zur Angiographie und lokalen Lyse sind in 24-Stunden-Bereitschaft vorhanden.

Alle Patienten werden mehrmals täglich untersucht. Es erfolgt eine kontinuierliche Überwachung von EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Atmung, von Herzfrequenz und Temperatur sowie eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckers. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, auf Abweichungen dieser Parameter zu reagieren und so eine bestmögliche Genesung zu ermöglichen.

Die Überwachung der Patienten liefert auch diagnostische Informationen. So können Herzrhythmusstörungen besser erkannt und Hinweise auf eine arterielle Hypertonie oder ein obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) gewonnen werden.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Behandlung auf einer Stroke Unit besteht in der Vermeidung von Komplikationen. Als wichtigste Komplikationen sind Pneumonie, Harnwegsinfektion, Dekubitus und Thrombose zu nennen.

Darüber hinaus erfolgen auf einer Stroke Unit zu Beginn und im weiteren Verlauf die wichtigsten Zusatzuntersuchungen wie Doppler- und Duplexsonographie, Echokardiographie und eine erste Labordiagnostik zur Abklärung der Schlaganfallursache.

In der Regel können Sekundärprävention (Schutz vor erneutem Schlaganfall) begonnen und Risikofaktoren behandelt werden.

Ein weiterer Baustein in dem Konzept der Stroke Unit ist die rasch einsetzende Therapie mit Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie entsprechend den individuellen Erfordernissen. Spezielle Therapieverfahren wie eine Antikoagulation oder Thrombolyse stellen auf die bisher genannten Maßnahmen aufbauende zusätzliche Therapieverfahren dar. Diese besonderen Therapien sind nur wenigen Patienten vorbehalten, erfordern entsprechende Erfahrung, Kompetenz und eine gute Logistik.

Die Summe der auf einer Stroke Unit gewonnenen Informationen ermöglicht bereits nach kurzer Zeit die Planung und Organisation des weiteren Vorgehens. So können Patienten von der Stroke Unit direkt nach Hause entlassen oder in eine Rehabilitationseinrichtung oder ein heimatnahes Krankenhaus zur weiteren Einstellung der vaskulären Risikofaktoren verlegt werden. Am häufigsten werden die Patienten auf eine Allgemeinstation verlegt, um die Diagnostik zu vervollständigen, über die Sekundärprophylaxe zu entscheiden oder – sofern dies erforderlich ist – die weitere pflegerische Versorgung zu regeln.

Kann man einen weiteren Schlaganfall verhindern?

Um das Risiko für das erneute Auftreten eines Schlaganfalls zu senken, werden bei den meisten Patienten nach einem ersten Schlaganfall Medikamente wie Acetylsalicyläure (z. B. ASS®) oder Clopidogrel (z.B. Iscover®, Plavix®) oder Dipyridamol+ASS (Aggrenox®), manchmal auch Cumarine (Marcumar®) gegeben. Ebenso wichtig für die Verhinderung eines erneuten Schlaganfalls ist die Einstellung der Risikofaktoren wie Bluthochdruck, schlecht eingestellter Blutzucker, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen und starker Alkoholkonsum. Sollte sich in der Ultraschalluntersuchung der Halsgefässe eine kritische Engstelle an den Halsschlagadern zeigen, kann diese in Zusammenarbeit mit der allgemeinchirurgischen Klinik unseres Hauses operiert oder mittels einer Ballondilatation (Stent) aufgedehnt werden.

Multiple Sklerose

In unserer Neurologischen Klinik liegt ein Schwerpunkt in der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose. Wir bemühen uns um eine optimale und für den Patienten auch praktische Betreuung durch die Verzahnung von stationärer Abklärung und einer großen MS-Spezialambulanz. Unsere Klinik ist seit 2007 aufgrund der großen Erfahrung von der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft mit dem Zertifikat “Anerkanntes MS-Zentrum” ausgezeichnet.

Was ist eine Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des Zentralen Nervensystems (ZNS; Gehirn und Rückenmark), bei der Abwehrzellen des körpereigenen Abwehrsystems ohne sinnvollen Grund Teile der Markschicht, die die Nerven umhüllt (Myelinscheiden) und die Nervenbahnen selbst (Axone) angreifen. Teilweise können die angegriffenen Myelinscheiden repariert werden, aber von Anfang an wird ein Teil der Axone funktionsuntüchtig und geht zugrunde.

Die Erkrankung beginnt schon weit früher als erste Krankheitszeichen sichtbar werden, die Krankheitszeichen können letztlich in jedem Alter auftreten, obwohl ein Krankheitsbeginn vor der Pubertät bzw. nach dem 60. Lebensjahr selten ist.

Wie häufig ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters.

Weltweit erkranken ca. 2 Millionen Menschen, in Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf 120.000 bis 180.000 geschätzt.

Das Durchschnittsalter bei Beginn der Erkrankung liegt zwischen 20 und 45 Jahren; Frauen erkranken häufiger als Männer (Verhältnis 3:2).

Welche Verlaufsformen gibt es?

Der Krankheitsverlauf ist bei jedem einzelnen unterschiedlich

  • bei über 80 % der Patienten beginnt die MS mit einem schubförmigen Verlauf
  • bei ca. 40 % kommt es unbehandelt über eine Zeitachse von ca. 10 Jahren zum Übergang von der schubförmigen in eine schleichende, die sekundär chronisch-progrediente Verlaufsform; Schübe können zusätzlich auftreten
  • bei 5 bis 10 % der Patienten ereignen sich nie Schübe, die Erkrankung nimmt von Beginn an einen schleichenden primär chronisch-progredienten Verlauf

Auch die Intensität der Schübe und des schleichenden Voranschreitens ist bei jedem Betroffenen höchst unterschiedlich.

Was ist ein Schub?

Unter einem Schub versteht man das Neuauftreten oder die erhebliche Verstärkung von bereits zuvor vorhandenen Symptomen. Die Symptome eines Schubes können vielfältig sein; so können z.B. Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Koordinationsstörungen und Sehstörungen oder Störungen beim Wasserlassen auftreten. Anders als z.B. beim Schlaganfall treten diese Symptome in der Regel nicht schlagartig auf. Die Symptome halten bei einem Schub mindestens 24 Stunden an, treten mit einem Intervall von 30 Tagen zu vorausgegangenen Schüben auf und sind bei einem echten Schub nicht durch Veränderungen der Körpertemperatur (Uhthoff-Phänomen) oder Infektionen zu erklären.

Wie wird die MS diagnostiziert?

Es gibt keine einzelne Untersuchung, anhand derer man die Diagnose einer Multiplen Sklerose stellen kann. Neben typischen neurologischen Symptomen sind bestimmte Veränderungen in der Kernspintomographie (MRT), in der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), sowie in den elektrophysiologischen Untersuchungen (VEP, FAEP, SSEP, MEP) typisch.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Schubtherapie:

Ein Schub wird in der Regel mit einer Cortisonstoßtherapie behandelt.

Prophylaxe mit dem Ziel, den Krankheitsverlauf herauszuzögern und zu mildern:

Seit 1996 ist es möglich, nicht nur symptomatisch Schübe zu behandeln, sondern mit sogenannten Immunmodulatoren den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen, dabei die Häufigkeit und Intensität von Schüben zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu mildern. Derzeit zugelassene Medikamente sind die ß-Interferone (Avonex®, Betaferon® und Rebif®) und das Glatirameracetat (Copaxone®). Ausserdem stehen Immunssuppressiva wie Mitoxantron (Ralenova®), Azathioprin und Cyclophosphamid (Endoxan®) zur Verfügung. In bestimmten Therapiesituationen können auch intravenöse Immunglobuline zum Einsatz kommen.

Mit dem Medikament Tysabri®, einem monoklonalen Antikörper, ist seit 2006 ein sehr wirksames Medikament zur Behandlung von hochaktiven schubförmigen Verläufen der MS oder von Verläufen, die durch Behandlung mit ß-Interferonen oder Copaxone nicht zu stabilisieren sind, zugelassen worden.

Lebhaft wird an weiteren Medikamenten geforscht. Auch an unserem Hause werden in der Multiple-Sklerose-Ambulanz klinische Studien durchgeführt, die zur Zulassung eines neuen Medikaments führen können.
 

Symptomatische Therapie:
Neben der Schubtherapie und immunmodulatorischen Basistherapie hat auch die Therapie von Symptomen einen wichtigen Stellenwert. Viele Symptome lassen sich mit Medikamenten, Physiotherapie, Ergotherapie und physikalischen Massnahmen gut lindern.

Epilepsie

Warum entsteht ein epileptischer Anfall?

Epilepsien können Folge einer anderen Erkrankung sein (symptomatisch), aber auch ohne erkennbare Ursache auftreten (idiopathisch). Ursachen einer symptomatischen Epilepsie sind häufig Hirnverletzungen, Schlaganfälle, Alkoholentzug oder Hirntumoren. Bei idiopathischen Epilepsien geht man von einer angeborenen erhöhten Neigung zu epileptischen Anfällen aus. Es gibt Epilepsien, die nur ganz bestimmte Hirnregionen betreffen (fokal), und solche, die das gesamte Gehirn mit einbeziehen (generalisiert).

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Am Anfang der Diagnostik steht die Krankengeschichte und insbesondere die Aussage von Personen, die den Anfall beobachtet haben. Hierbei ist vor allem wichtig, wie der Anfall begonnen hat, welche Gesichtsfarbe der Patient hatte, ob es zu unnatürlichen Bewegungen gekommen ist, ob diese Bewegungen den gesamten Körper oder nur einzelne Gliedmaßen betroffen haben, ob der Patient bewusstlos war und wie lange es gedauert hat, bis er wieder orientiert war. Bei vielen epileptischen Anfällen kann sich der Patient typischerweise an den Anfall selbst nicht erinnern (Amnesie), in anderen Fällen werden bestimmte Vorboten eines Anfalls durch den Patienten geschildert. Diese Angaben sind wichtig, um epileptische Anfälle besser einordnen zu können und von anderen Erkrankungen wie z.B. Synkopen (Ohnmachtsanfälle durch Fehlregulation des Kreislaufs) abzugrenzen. Danach kommen die klinische Untersuchung sowie technische Untersuchungsverfahren wie EEG, bildgebende Verfahren (MRT oder CCT) und ggf. Liquor- und Labordiagnostik zum Einsatz.

Ist eine Therapie notwendig?

Nach einem ersten epileptischen Anfall muss nicht in jedem Fall eine Therapie durchgeführt werden. Ihr Arzt wird dies ausführlich mit Ihnen besprechen. Wenn Sie und der Arzt sich zu einer Behandlung entschließen, ist erstes Ziel der Behandlung, eine vollständige Anfallsfreiheit ohne medikamentöse Nebenwirkungen, manchmal aber auch eine Verringerung der Anfallshäufigkeit oder die Verminderung der Schwere der Anfälle.

Nicht der Anfall allein ist es, der viele Betroffenen dazu veranlasst, einer Behandlung zuzustimmen, sondern die sozialen Auswirkungen einer Epilepsie. In einer Lebensqualitätsuntersuchung wurden erwachsene Epilepsiepatienten mit mittelschweren Epilepsien nach ihren Sorgen in Zusammenhang mit ihrer Erkrankung befragt. Die am häufigsten genannten Befürchtungen sind demnach Probleme mit oder durch:

  • Fahrerlaubnis (28%)
  • Arbeitsstelle (23%)
  • Unabhängigkeit (10%)
  • Verletzungsgefahr (7%)
  • Medikamentennebenwirkungen (5%)
Welche Therapien gibt es?

Der Einsatz von Medikamenten ist die am häufigsten angewendete Behandlungsform. Wichtig ist auch die Erkennung und Vermeidung von Anfallsauslösern. Seltener kann eine operative Entfernung von Anfallsherden oder Leitungsunterbrechung (Durchtrennung von Nervenbahnen, über die sich Anfälle ausbreiten) die sinnvollste Therapiemethode sein.

Wie sollte die Behandlung erfolgen?

Bei einem erstmalig aufgetretenen epileptischen Anfall oder bei einer Anfallshäufung sollte, in der Regel mit Notarzt, eine sofortige Vorstellung in einer Neurologischen Klinik erfolgen.

Grundsätzlich kann nach der stationär durchgeführten Diagnostik die Behandlung eines Epilepsiepatienten vom Hausarzt in Zusammenarbeit mit einem Neurologen mit Epilepsieerfahrung erfolgen. Für Patienten mit besonderen diagnostischen, therapeutischen oder sozialen Problemen wurden Epilepsieambulanzen eingerichtet. Dies sind regionale Spezialeinrichtungen, die der Diagnostik, Behandlung und der sozialmedizinischen Betreuung von Problemfällen sowie der epileptologischen Fortbildung niedergelassener Ärzte und aller mit der Rehabilitation Epilepsiekranker befasster Personen dienen. Ziel der Betreuung in einer spezialisierten Ambulanz ist nicht nur die korrekte Diagnosestellung und Therapie von Problempatienten, sondern die umfassende Aufklärung über das Krankheitsbild und die Beratung bezüglich Berufswahl, Impfungen, Wechselwirkungen mit anderen medikamentösen Therapien, Medikamentenänderungen bei geplanten Operationen oder Schwangerschaft, Gefahren bei Reisen, Fahrtauglichkeit und die genetische Beratung. Auch in unserer Klinik ist eine Anbindung in der Spezialambulanz für Epilepsie auf Überweisung durch einen Neurologen oder Nervenarzt möglich.

Morbus Parkinson

Wie häufig ist die Parkinson'sche Krankheit?

In der Bundesrepublik leben derzeit etwa 200.000 bis 250.000 Parkinson-Patienten. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen liegt bei ca. 20.000 bis 25.000.

Woher kommt der Name Parkinson'sche Krankheit?

Namensgeber der Parkinson’sche Krankheit ist der Londoner Arzt und Apotheker James Parkinson, der von 1755 bis 1824 lebte. Er veröffentlichte als erster im Jahre 1817 eine Abhandlung über diese Krankheit: “Essay on the Shaking Palsy”, zu deutsch: “Über die Schüttellähmung”. Mit scharfer Beobachtungsgabe beschrieb er die wichtigsten Symptome der später nach ihm benannten Krankheit. Der berühmte französische Nervenarzt Professor Jean Marie Charcot war 1884 der erste, der den Namen Morbus Parkinson, also Parkinson’sche Krankheit, benutzte.

Was passiert bei der Parkinson'schen Krankheit?

Aus noch nicht geklärter Ursache verlieren Nervenzellen einer bestimmten Region im Gehirn (schwarze Substanz) ihre Funktion und können daher den Botenstoff Dopamin nicht mehr produzieren. Das Dopamin ist u.a ein Botenstoff im Gehirn, der Regulationsprozesse für die Beweglichkeit der Muskeln und Bewegungskontrolle und aber auch vieles mehr vermittelt. Die Entdeckung dieses Krankheitsmechanismus wurde erst in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts gemacht, so dass dann auch erst ein medikamentös therapeutischer Ansatz geschaffen werden konnte. Ziel ist, das fehlende Dopamin zu ersetzen. Das kann geschehen durch Dopamin selbst bzw. einer Vorstufe (L-Dopa) oder durch Imitation der Dopaminwirkung an den direkten Wirkorten des Dopamins im Gehirn mittels so genannter Dopaminagonisten.

Warum ist eine sichere Diagnosestellung so wichtig?

Es gibt eine Reihe an Erkrankungen, die ähnliche oder sogar die gleichen Symptome wie die Parkinson’sche Krankheit zeigen. Diese Erkrankungen haben aber andere Ursachen, werden teilweise auch anders behandelt und haben eine andere Prognose. Hierzu gehören unter anderem Krankheiten wie ein vaskuläres Parkinson-Syndrom (Verlust der dopaminproduzierenden Nervenzellen durch wiederholte kleine Schlaganfälle), ein Normaldruckhydrozephalus (Nervenwasserzirkulationsstörung), Multisystematrophien (Rückbildung/Degeneration bestimmter Regionen im Gehirn und Rückenmark noch ungeklärter Ursache) oder ein medikamentös bedingtes Parkinsonoid (durch Medikamente gegen Unruhe und Wahrnehmungsstörungen).

Wo sollte ein Parkinson-Patient betreut werden?

Aufgrund des meist schleichenden Beginns der Erkrankung erfolgt meistens anfangs eine Vorstellung beim niedergelassenen Neurologen oder Nervenarzt. Zur Sicherung der Diagnose, oder bei schwer behandelbaren Patienten kann eine stationäre Behandlung notwendig oder Vorstellung in unserer Spezialambulanz für Bewegungsstörungen sinnvoll sein. Bei akuter Verschlechterung, z.B. im Rahmen eines Infekts, kann auch eine notfallmäßige stationäre Einweisung notwendig werden.

Die Auswahl des Medikamentes geschieht nach sorgfältiger Untersuchung des Patienten in Abhängigkeit von der vorherrschenden Symptomatik, des Alters des Patienten, der Schwere und der Schnelligkeit des Verlaufs der Erkrankung.

Dystonien

Was ist das?

Bei Dystonien handelt es sich um unwillkürlich einsetzende willentlich nicht unterdrückbare Bewegungen einzelner Muskelgruppen.
Die Störung betrifft meistens ganz bestimmte Körperregionen wie Kopf und Hals (cervikale Dystonie, Schiefhals oder Tortikollis genannt) oder auch die Augen mit unwillkürlicher Blinzelneigung (Blepharospasmus) oder bewegungsprovoziert den Arm und die Hand im Sinne eines Schreibkrampfes. Auch kann der ganze Körper betroffen sein.

Meistens lässt sich keine Ursache finden, manchmal entstehen Dystonien nach Schädigungen bestimmter Hirnregionen.

Die Therapie ist medikamentös möglich aber führt häufig nicht zu einer zufrieden stellenden Reduktion der Symptome, so dass sich seit Anfang der neunziger Jahre eine symptomatische lokale Behandlung etabliert hat: es wird ein Gift mit muskellähmender Wirkung direkt in die überaktiven Muskeln gespritzt. Die Krankheit wird dadurch zwar nicht geheilt aber immerhin ist eine Rückgewinnung an Lebensqualität zu erreichen. Bei dem Medikament handelt es sich um ein aufgereinigtes Bakteriengift (Botulinumtoxin). Die Wirkdauer beträgt 3 Monate. Die Behandlung kann ohne Nebenwirkung beliebig lange fortgeführt werden.

Kopfschmerzen

Was kann sich hinter Kopfschmerzen verbergen?

Kopfschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben, so z.B.:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • Hirntumor
  • Hirnblutung
  • Sinusvenenthrombose
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)

Das Symptom Kopfschmerzen kann also ernste, dringend behandlungsbedürftige Gründe oder auch harmlosere Gründe haben. Bei akut einsetzenden, bislang nicht bekannten heftigen Kopfschmerzen ist zum Ausschluss ernster und sofort zu behandelnder Ursachen eine umgehende Vorstellung in einer Neurologischen Klinik erforderlich.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Wichtig für die korrekte Diagnosestellung ist die detaillierte Befragung des Patienten und eine klinische Untersuchung. Je nach Ergebnissen werden im Anschluss daran Untersuchungen wie bildgebende Verfahren (CCT und/oder MRT), EEG und Liquorpunktion durchgeführt werden.

Welche Therapie ist die Richtige?

Die Therapie von Kopfschmerzen richtet sich nach der jeweiligen Ursache.

Polyneuropathie

Wie kann ich eine Polyneuropathie behandeln?

Die Therapie einer PNP richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Aus diesem Grund ist die zum Teil aufwändige Diagnostik erforderlich. Schmerzhafte Missempfindungen durch eine PNP lassen sich außerdem gut mit bestimmtem Medikamenten lindern, in manchen Fällen kann eine Physiotherapie sinnvoll sein.

Schwindel

Welche Ursachen kann Schwindel haben?

Schwindel ist sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich eines der am häufigsten geklagten Symptome überhaupt. Schwindel ist Folge ganz unterschiedlicher Erkrankungen.

Schwindel kann auftreten bei

  • Schädigungen des Gehirns (Zentraler Schwindel, z.B. Schlaganfall)
  • Schädigungen des Gleichgewichtsnervs (Neuritis vestibularis)
  • Schädigungen oder Irritationen des Innenohrs (Gutartiger Lagerungsschwindel, Menière’sche Krankheit)
  • Kreislaufstörungen (orthostatische Dysregulation, Herzrhythmusstörungen)
  • Psychischen Problemen (Phobischer Schwindel)
Wie kann man die Ursache des Schwindels herausfinden?

Maßgeblich ist eine frühzeitige detaillierte Erhebung der Krankengeschichte. Der Schwindel wird typische Unterformen (Dreh-/Schwank-/Lift-/Drift-/Benommenheitsschwindel) unterteilt. Wir erfragen Zusatzsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schwarzwerden vor den Augen, Ohrgeräusche, Ohrdruckgefühl, Hörminderung, undeutliche Aussprache, Lähmungen, Gefühlsstörungen und Angst. Auch die zeitliche Abfolge der genannten Beschwerden und bestimmte Auslösemechanismen wichtig. Die anschließende körperliche Untersuchung sowie weitere technische Untersuchungsverfahren, hier insbesondere MRT, AEP, Doppleruntersuchung der Hals- und Hirngefäße und ggf. eine ergänzende Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Untersuchungen des Herz-/Kreislaufsystems führen zur Ursache des Schwindels.

Welche Therapien können zum Einsatz kommen?

Die Therapie von Schwindel richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Grundlegend für alle Schwindelformen ist es jedoch, rasch für möglichst intensive Bewegung zu sorgen und Meideverhalten zu unterlassen, weil es ansonsten auch bei harmlosen Schwindelformen zu einer phobischen Verarbeitung mit Entwicklung eines Phobischen Schwindels kommen kann.

Wie schnell muss Schwindel abgeklärt werden?

Bei plötzlichem Auftreten eines Schwindels sollten Sie sich sofort in einer Neurologischen Klinik vorstellen, um ernste Ursachen wie z.B. einen zugrunde liegenden Schlaganfall rechtzeitig erkennen zu können. Bei bereits länger bestehenden Beschwerden ist eine ambulante Untersuchung möglich.

 

 

 

 

 

 

Selbsthilfegruppen

Für viele neurologische Erkrankungen existieren Selbsthilfegruppen, in denen ein intensiver Informationsaustausch unter Betroffenen stattfindet und über die Informationen zu den Krankheitsbildern bezogen werden können.

Regionale Selbsthilfegruppen

Für die Region Osnabrück erhalten Sie hierzu Informationen von der:

Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen
im Stadt- und Landkreis Osnabrück
Hakenstrasse 64
49074 Osnabrück
Telefon: 0541 5018017

Überregionale Selbsthilfegruppen/Dachverbände

Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e. V. (DGM)
Amyotrophe Lateralsklerose und Muskelkrankheiten

Bundesgeschäftsstelle
Im Moos 4
79112 Freiburg
Telefon: 07665 94470

Deutsche Myasthenie Gesellschaft e. V.
Langemarckstraße 106
28199 Bremen
Telefon: 0421 592060

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft – DMSG
Bundesverband e. V.

Küsterstraße 8
30519 Hannover
Telefon: 0511 96834-0
Telefax: 0511 96834-50

Deutsche Epilepsievereinigung e. V.
Zillestraße 102
10585 Berlin
Telefon: 030 3424414

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Carl-Bertelsmann-Straße 256
33311 Gütersloh
Telefon: 05241 97700

Deutsche Parkinson Vereinigung
Bundesverband e. V.

Moselstraße 31
41464 Neuss
Telefon: 02131 41016

Bundesverband Deutscher Borreliose-
Selbsthilfeorganisationen

Reulestraße 7
12105 Berlin
Telefon: 030 7065715

 

 

 

 

 

 

Tagesablauf auf den Stationen

06.00 Uhr

Das Pflegeteam hat Schichtwechsel, der Nachtdienst berichtet dem Frühdienst wichtige Informationen von jedem Patienten.

ab 06.30 Uhr

Sie werden von Ihrer zuständigen Pflegefachperson geweckt, und beginnen allgemeine und für Sie individuell geplante pflegerische Tätigkeiten wie Unterstützung bei der Körperpflege, Prophylaxen, Medikamentengabe und Kontrollen von Blutdruck, Puls, Temperatur, Nüchtern-Blutzucker, etc.

ca. 08.00 Uhr

Zeit für das Frühstück! Ggf. erhalten Sie Hilfe bei der Zubereitung des Frühstücks und beim Essen. Unter Umständen ist es notwendig, dass Sie bis zur Blutentnahme am Morgen oder wegen einer anstehenden Untersuchung nüchtern bleiben müssen. In diesem Falle werden Sie vom Pflegefachpersonal informiert und Ihr Frühstück wird für Sie aufgehoben.

ab 08.00 Uhr

Der Stationsarzt ist auf Station. Die medizinischen Fachangestellten der Station führt die Blutentnahmen durch und die Pflegefachkraft hängt verordnete Infusionen an (bestimmte Infusionen dürfen nur vom Arzt gegeben werden).

09.00 - 11.30 Uhr

Visite durch ein interdisziplinäres Team (Ärzten, Pflegefachpersonen, ggf. Therapeuten, etc.). Zweimal wöchentlich Visite des Oberarztes, einmal wöchentlich Visite des Chefarztes.

ab 09.45 Uhr

Individuell geplante Pflege und ggf. Therapien sowie Untersuchungen. Entlassungen und Neuaufnahmen von Patienten stehen an.

ab 11.30 Uhr

Verteilung der Mittagsmedikamente und Mittagessen.

12.30 - 13.00 Uhr

Tägliche Besprechung der Ärzte.

13.00 - 14.00 Uhr

Die Pflegefachpersonen haben Schichtwechsel, der Frühdienst berichtet dem Spätdienst wichtige Informationen von jedem Patienten.

ab 14.00 Uhr

Bereitstellung und bei Bedarf Verteilung von Getränken wie Kaffee, Tee und Mineralwasser.

ab 14.30 Uhr

Individuell geplante Pflege und die ggf. nötigen Kontrollen (Blutdruck, Puls, Temperatur, etc.). Außerdem erfolgen von ärztlicher Seite weiterhin Untersuchungen, Aufnahmen und Entlassungen, neu aufgenommene Patienten werden dem zuständigen Oberarzt vorgestellt.

16.30 Uhr

Dienstschluss der Stationsärzte auf den Stationen 09.1, 09.2 und 39. Vorher werden problematische Fälle mit dem ärztlichen Nachtdienst der Neurologischen Klinik und dem diensthabenden Oberarzt besprochen.

ab 17.00 Uhr

Die Abendmedikamente und das Abendessen werden verteilt.

ab 18.00 Uhr

Individuell geplante Pflege, ggf. Medikamentengabe und notwendige Kontrollen. Bei Bedarf unterstützt sie das Pflegefachpersonal, um sich für die Nacht vorzubereiten.

20.00 - 21.00 Uhr

Das Pflegeteam hat Schichtwechsel, der Spätdienst berichtet dem Nachtdienst wichtige Informationen von jedem Patienten.

Dienstschluss des Stationsarztes der Spätschicht auf Station 19.1 (Stroke-Unit und Überwachungseinheit). Vorher werden problematische Fälle mit dem ärztlichen Nachtdienst der Neurologischen Klinik und dem diensthabenden Oberarzt besprochen.

ab 22.00 Uhr

Nachtruhe. Sie werden die gesamte Nacht von mindestens zwei Pflegefachpersonen betreut. Sie sind neben ihren Kontrollgängen jederzeit über die Rufanlage erreichbar.

 

 

 

 

 

 

Untersuchungen

Verzeichnis häufiger Untersuchungen

Während Ihres stationären Aufenthaltes oder ambulant werden je nach Krankheitsbild verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Diese Untersuchungen werden häufiger mit Abkürzungen bezeichnet.

Daher erhalten Sie an dieser Stelle eine Übersicht der in unserer Klinik gängigen Untersuchungen mit ihren Abkürzungen (in alphabetischer Reihenfolge):

AEP = Akustisch evozierte Potentiale

vgl. EP

Angiographie

Die Angiographie ist eine Untersuchung der Blutgefäße. Hierzu wird ein dünner Schlauch typischerweise von der Leiste aus zu den hirnversorgenden Blutgefäßen vorgeschoben und Röntgen-Kontrastmittel in das Gefäß gespritzt. Computer-gestützt (digitale Subtraktionsangiographie = DSA) kann so der Gefäßbaum detailliert dargestellt werden. Die DSA findet hauptsächlich Anwendung bei der Diagnostik und Therapie von Schlaganfällen und Hirnblutungen.

DK = (Blasen-) Dauerkatheter

Der Urin wird durch einen Schlauch abgeleitet. Der Schlauch führt durch die Harnröhre in die Blase.

Braunüle

Name für eine kleine Kanüle, welche in eine Armvene gelegt wird, um Infusionen oder Medikamente verabreichen zu können.

BZ-TP = Blutzucker-Tagesprofil

Der Blutzucker-Gehalt des Blutes wird mehrfach am Tag gemessen, um Abweichungen von der Norm festzustellen.

CT = Computertomogramm

Das Grundprinzip der Computertomographie ist die Röntgenstrahlung. Allerdings werden die Bilder digital erfasst und von einem Rechner ausgewertet, so dass Schnittbilder und 3D-Rekonstruktionen aus dem Körperinnern berechnet werden können. Aufgrund der ständigen Verfügbarkeit hat die CT des Kopfes (CCT) einen hohen Stellenwert bei der Notfalldiagnostik unter anderem von Schlaganfall und Hirnblutung. Mittels Röntgen-Kontrastmittel können zusätzliche Informationen gewonnen werden.

“Doppler“ = Dopplersonosgraphie/”Duplex“ = Farbduplexsonographie

Ultraschall-Untersuchung der Gefäße am Hals und im Gehirn, die das Gehirn mit Blut versorgen. Mit diesem Ultraschallverfahren kann man den Fluss, Verengungen und Kalkablagerungen in den hirnversorgenden Arterien darstellen. Enge und verkalkte gehirnversorgende Arterien sind Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Die Untersuchung ist schmerzlos und hat keinerlei Nebenwirkungen.

EEG = Elektroenzephalographie

Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns mit Hilfe einer Haube und Elektroden. Das EEG dient beispielsweise der Prüfung, ob eine erhöhte Bereitschaft zu epileptischen Anfällen besteht und zur Registrierung von EP. Auch diese Untersuchung ist schmerzlos und ohne Nebenwirkungen.

EKG = Elektrokardiographie

Herzstrommessung. Messung der Reizleitung am Herzen, um z.B. Rhythmusstörungen nachzuweisen.

EMG = Elektromyographie

Darstellung und Messung der elektrischen Aktivität der verschiedenen Muskeln (”Muskelstrommessung“). Diese Untersuchung ist zum Beispiel bei Lähmungen indiziert. Anhand der Veränderungen Potentiale kann man bei Hinweise gewinnen, ob der Nerv oder der Muskel krankhaft verändert ist. Gesundheitsrisiken bestehen nicht, bei Patienten, die als Blutverdünner Marcumar einnehmen, wird die Untersuchung in der Regel aufgrund der Blutungsgefahr in den Muskel nicht durchgeführt.

EP = Evozierte Potentiale

Bei dieser Untersuchung wird die Veränderung der EEG-Kurve auf verschiedene Reize hin dargestellt. Die am häufigsten durchgeführten Untersuchungen sind die somatosensibel evozierten Potenziale (SEP), die motorisch evozierten Potenziale, die akustisch evozierten Potenziale (AEP) und die visuell evozierten Potenziale (VEP). Bei den SEP werden Nerven an dem Arm, Bein oder im Gesicht gereizt. Bei den AEPs werden dem Patienten Klick-Laute vorgespielt und bei den VEP Schachbrettmuster präsentiert. Ziel ist es, auf die jeweiligen Reize hin, die EEG-Antwort hinsichtlich der Latenz und Amplitude auszuwerten. Hiermit kann man Verzögerungen der Nervenimpulsleitung in Gehirn und Rückenmark messen. Die Untersuchung hat keine Nebenwirkungen.

Infusionen

Flüssigkeiten, die dem Patienten über eine Vene zugeführt werden können. Diese Flüssigkeiten können z. B. dem Transport von Medikamenten oder auch der Ernährung dienen.

Klinische Untersuchung

Die klinisch-neurologische Untersuchung steht nach der Befragung des Patienten (Anamnese) an erster Stelle jeder neurologischen Diagnostik. Die Hilfsmittel des Neurologen sind Reflexhammer, Taschenlampe, Stimmgabel, Augenspiegel, Wattestäbchen, Nadelrad.

Liquor

„Nervenwasser“, wasserklare Flüssigkeit, die im Gehirn gebildet wird und das gesamte Gehirn umspült. Sie hat eine Schutzfunktion und dient als ”Wasserkissen” für das Gehirn. Bei Untersuchung des Nervenwassers werden üblicherweise Eiweiß und Zellzahl bestimmt. Darüber hinaus wird ein Teil des Nervenwassers in die Mikrobiologie und Virologie gesandt, um mögliche Krankheitserreger nachzuweisen. Liquoruntersuchungen sind indiziert bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen des Nervensystems.

LP = Lumbalpunktion

Zur Untersuchung des Liquor wird eine Probe dieser Flüssigkeit im Bereich der Lendenwirbelsäule entnommen. Auf diese Weise gelingt es, Veränderungen des Liquors nachzuweisen. Diese Untersuchung ist ein Routineverfahren, das bei sachgerechter Durchführung nahezu risikolos ist. Nach der Punktion können vor allem im Sitzen und Stehen Kopfschmerzen auftreten.

LZ-EKG = Langzeit-EKG

Der Rhythmus des Herzens wird über 24 Stunden gemessen und gespeichert. Hierbei können Rhythmusstörungen aufgezeichnet werden.

LZ-RR = Langzeit-Blutdruckmessung

Der Blutdruck wird über 24 Stunden gemessen und gespeichert. Hierbei kann der Blutdruckverlauf überprüft werden.

MEP = Motorisch evozierte Potentiale

vgl. EP

MRT = Magnetresonanztomographie = Kernspintomographie

Die Kernspintomographie bietet heute für die meisten Fragestellungen die beste Darstellung von Gehirn und Rückenmark und hat deshalb in der Neurologischen Diagnostik eine Schlüsselstellung. Die Methode beruht nicht auf Röntgenstrahlung, sondern auf einem starken Magnetfeld, das in einem Tunnel aufgebaut wird. Die Methode eignet sich u.a. zur Darstellung von Entzündungen, Tumoren, Schlaganfällen, Blutungen und Erkrankungen der Blutgefäße.

NLG = Nervenleitgeschwindigkeit/Elektroneurographie

Untersuchung der Leitfunktion der Nerven mit Hilfe von Reizelektroden. Hierdurch kann geprüft werden, ob lokal begrenzte oder generelle Nervenschädigungen vorliegen.

SSEP = Somatosensible evozierte Potentiale

vgl. EP

VEP = Visuell evozierte Potentiale

Während Sie verschiedene Muster auf einem Bildschirm sehen, wird ein EEG abgeleitet. Dies dient der Prüfung, ob sich krankhafte Veränderungen bei der Verarbeitung des Sehreizes feststellen lassen.

ZVK = Zentraler Venenkatheter

Dies ist ein sehr dünner Schlauch, der in eine große Vene gelegt wird. Hierdurch können Medikamente und Flüssigkeiten auch in größeren Mengen verabreicht werden, die feinen Venen an Armen oder Beinen werden nicht gereizt. Das Legen eines ZVK ist aber mit Risiken verbunden, so dass Infusionen nicht routinemäßig über einen ZVK gegeben werden.