Geriatrie ist die wissenschaftlich basierte Medizin der späten Lebensphase. Sie hat ihren Schwerpunkt in der Inneren Medizin. Aspekte von Neurologie, Psychiatrie und Allgemeinmedizin haben einen besonderen Stellenwert. Geriatrische Patientinnen und Patienten sind zum einen gekennzeichnet durch ein höheres Lebensalter (in der Regel 70+) oder Hochaltrigkeit (Alter 80+) und das gleichzeitige Vorliegen mehrerer behandlungsbedürftiger Erkrankungen (Multimorbidität). Insbesondere im hohen Lebensalter besteht ein erhöhtes Risiko, im Rahmen einer Akuterkrankung in Bezug auf die Selbständigkeit nachhaltige Einschränkungen zu erfahren. Wissenschaftlich wird dies als Vulnerabilität im hohen Lebensalter bezeichnet. Im Alter können sich Krankheiten mit einem veränderten Erscheinungsbild präsentieren und sind daher häufig schwer zu diagnostizieren. Therapieerfolge treten verzögert ein. In der Regel besteht zusätzlich ein Bedarf an sozialer Unterstützung.
Die adäquate Versorgung dieser Patientengruppe erfordert daher einen ganzheitlichen Ansatz. Geriatrie umfasst deshalb nicht nur organorientierte Medizin, sondern bietet zusätzlich die Behandlung im multiprofessionellen Team, welche den funktionellen Status und die Lebensqualität des älteren Patienten verbessert und seine Autonomie fördert.
Die Geriatrie ist damit die medizinische Spezialdisziplin, die sich mit den körperlichen, geistigen, funktionalen und sozialen Aspekten in der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten, der Rehabilitation einschließlich Frührehabilitation und Prävention alter Patientinnen und Patienten sowie deren spezieller Situation am Lebensende befasst.