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Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin

Herzlich willkommen auf der Internetseite Geriatrie!

Herzlich willkommen auf unserer Webseite Geriatrie. Die moderne Medizin hat in der Vergangenheit vielen akuten Erkrankungen den Schrecken genommen, so dass die Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Damit ist die Generation "70+" fitter und vitaler denn je. Jedoch steigt die Zahl chronischer Erkrankungen weiter an, was für die Betroffenen oft mit Einschränkungen in der Selbständigkeit und auch der Lebensqualität verbunden ist. Wir arbeiten als interdisziplinäres Team eng zusammen, um die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden unserer Patienten zu fördern.

Unsere Klinik ist eine internistische Klinik mit den Schwerpunkten Akutgeriatrie und geriatrische Frührehabilitation sowie geriatrische Rehabilitation. Es werden hier Patientinnen und Patienten behandelt mit Erkrankungen aus dem gesamten internistischen Spektrum, wie z. B. der Atemwege, des Herzens und des Kreislaufs, des Verdauungstraktes und des Stoffwechsels einschließlich Zuckerkrankheit sowie auch des Bewegungsapparates. Dabei werden die besonderen Aspekte des Alters und der damit häufig verbundenen Mehrfacherkrankungen mit Einschränkungen der Selbsthilfefähigkeit berücksichtigt.

 

 

Was ist Geriatrie?

Geriatrie ist die wissenschaftlich basierte Medizin der späten Lebensphase. Sie hat ihren Schwerpunkt in der Inneren Medizin. Aspekte von Neurologie, Psychiatrie und Allgemeinmedizin haben einen besonderen Stellenwert. Geriatrische Patientinnen und Patienten sind zum einen gekennzeichnet durch ein höheres Lebensalter (in der Regel 70+) oder Hochaltrigkeit (Alter 80+) und das gleichzeitige Vorliegen mehrerer behandlungsbedürftiger Erkrankungen (Multimorbidität). Insbesondere im hohen Lebensalter besteht ein erhöhtes Risiko, im Rahmen einer Akuterkrankung in Bezug auf die Selbständigkeit nachhaltige Einschränkungen zu erfahren. Wissenschaftlich wird dies als Vulnerabilität im hohen Lebensalter bezeichnet. Im Alter können sich Krankheiten mit einem veränderten Erscheinungsbild präsentieren und sind daher häufig schwer zu diagnostizieren. Therapieerfolge treten verzögert ein. In der Regel besteht zusätzlich ein Bedarf an sozialer Unterstützung.

Die adäquate Versorgung dieser Patientengruppe erfordert daher einen ganzheitlichen Ansatz. Geriatrie umfasst deshalb nicht nur organorientierte Medizin, sondern bietet zusätzlich die Behandlung im multiprofessionellen Team, welche den funktionellen Status und die Lebensqualität des älteren Patienten verbessert und seine Autonomie fördert.

Die Geriatrie ist damit die medizinische Spezialdisziplin, die sich mit den körperlichen, geistigen, funktionalen und sozialen Aspekten in der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten, der Rehabilitation einschließlich Frührehabilitation und Prävention alter Patientinnen und Patienten sowie deren spezieller Situation am Lebensende befasst.

Welche Patientinnen und Patienten werden in der Geriatrie versorgt?

Typische geriatrische Patientinnen und Patienten sind in der Regel über 70 Jahre alt. Für ihre Behandlung ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, denn viele Ältere leiden an mehreren Krankheiten zugleich. Dabei besteht häufig ein Nebeneinander von akuten und chronischen Erkrankungen aus unterschiedlichen medizinischen Fachbereichen. Spezifische Krankheitserscheinungen können daher oft nicht nach etablierten Standards (z. B. Leitlinien) behandelt werden, da diese die Multimorbidität geriatrischer Patientinnen und Patienten nicht berücksichtigen. 

Das Ziel der geriatrisch spezialisierten Fachärztinnen und -ärzte ist daher, nicht nur ein bestimmtes Symptom zu behandeln, sondern den Gesamtzustand der Patientinnen und Patienten im Blick zu haben und ihnen zu helfen, so lange wie möglich ihre Gesundheit und Autonomie im Alltag zu bewahren.

Was sind Besonderheiten einer geriatrischen Behandlung?

Wegen der komplexen Situation älterer Patientinnen und Patienten nutzt das ärztliche Team der Geriatrie zusätzlich zu den klassischen ärztlichen Untersuchungsmethoden das geriatrische Assessment, um alterstypische Mehrfacherkrankungen und die noch bestehenden Ressourcen sowie die körperlich-funktionellen Defizite, aber auch mentale und psychische Probleme sowie das soziale Umfeld der Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen. Auf dieser Grundlage kann das multiprofessionelle Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, therapeutischem Fachpersonal und dem Sozialdienst eine umfassende Therapie planen und überprüfen. Das Ziel der geriatrischen Versorgung ist, geriatrische Patientinnen und Patienten zu identifizieren, dem funktionellen Abbau und der Beeinträchtigung des gesamten Organismus entgegenzuwirken und das bisherige Niveau an Autonomie zu erhalten oder wiederherzustellen. Viele Hochbetagte können durch Erhalt ihrer bisherigen Alltagskompetenz ins gewohnte Umfeld entlassen werden. Die bestmögliche Teilhabe kann auf diese Weise sichergestellt werden. 

Geriatrisches Assessment

Das multidimensionale geriatrische Assessment dient der Erfassung der Probleme, aber auch der Feststellung erhaltener Funktionen der älteren Patientinnen und Patienten. Es ist ein diagnostischer Prozess zur systematischen Erfassung der medizinischen, funktionellen und psychosozialen Ressourcen und Probleme betagter Patientinnen und Patienten. Auf dieser Grundlage wird ein umfassender Plan zur weiteren ganzheitlichen Behandlung und Betreuung aufgestellt.

Ziele dieses Vorgehens sind:

  • Verbesserung der Diagnosesicherheit und prognostischer Aussagen
  • sichere Allokation der Betroffenen in die geeignetste Versorgungsform (Akut-/ Rehaklinik, voll-/ teilstationäre oder ambulante Versorgung) 
  • standardisierte Erfassung des Ausgangsbefundes zur besseren Verlaufsbeurteilung und Quantifizierung von Therapieerfolgen 
  • Festlegung eines realistischen Therapieziels, das nach Aufstellung eines Therapieplans unter Berücksichtigung der festgelegten Prioritäten bei multiplen Problemen erreichbar ist

Das geriatrische Assessment ist an unserer Klinik als standardisiertes Vorgehen etabliert auf Grundlage der jeweils aktuellen Leitlinie sowie Empfehlungen der Fachgesellschaft (Deutsche Gesellschaft für Geriatrie) und des Bundesverbandes Geriatrie. 

Abhängig von den jeweiligen Testergebnissen wird erforderlichenfalls bei Auffälligkeiten ein weiterführendes spezialisiertes Assessment durchgeführt.

Multiprofessionelles Team

Das multiprofessionelle Team der Geriatrie umfasst folgende Disziplinen:

LEISTUNGEN

Akutgeriatrie

Akut-Erkrankungen können im hohen Alter in Verbindung mit Begleiterkrankungen zu einer veränderten Symptomatik mit oft unspezifischen oder atypischen Beschwerden führen. Dies zu erkennen, um Diagnostik und Therapie nicht zu verzögern, ist gerade in der Akutversorgung wichtig.

Die Klinik für Geriatrie am Klinikum Osnabrück nimmt daher vorrangig akut erkrankte Patientinnen und Patienten nach Einweisung vom Hausarzt oder über die Notaufnahme zur altersmedizinisch

orientierten Behandlung auf. Medizinische Diagnostik und Therapie entsprechen dem internistischen Facharztstandard, ggf. inkl. Monitorüberwachung. Die Erfassung relevanter Diagnosen und eine altersangepasste Medikamentenauswahl stehen im Vordergrund. Zusätzlich zur üblichen Diagnostik

wird ein geriatrisches Assessment durchgeführt, also eine systematische Befragung zur Selbstständigkeit im Alltag, zur Mobilität, zur Stimmung und zur Gedächtnisleistung sowie eine Erfassung des Sozialstatus. Die Verweildauer in der Akutgeriatrie entspricht der üblichen Verweildauer internistischer Kliniken.

Geriatrische Frührehabilitation:

Wird im Rahmen des akuten Krankheitsbildes eine (drohende) Verschlechterung körperlicher oder geistiger Leistungsfähigkeit erkannt, erfolgt auf der Grundlage des geriatrischen Assessments eine geriatrische Frührehabilitation parallel zur Akutbehandlung. Hierfür werden auch Patientinnen und Patienten aus anderen Fachabteilungen des Klinikums bzw. umliegender Häuser bei Fortsetzung der

Akutbehandlung übernommen. Im Rahmen der Frührehabilitation wird ein strukturiertes, interdisziplinäres 24-Stunden-Behandlungskonzept mit täglichen Einzelbehandlungen und dokumentierten Absprachen zwischen allen Berufsgruppen umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt hierbei liegt neben der ärztlich geleiteten Zusammenführung von Akutbehandlung und therapeutischen Maßnahmen in der aktivierend-therapeutischen Pflege und frühestmöglicher, intensiver Mobilisation. 

Die Verweildauer ist abhängig von dem Erfordernis zur Krankenhausbehandlung (Arztentscheidung).

Dezentrale Frührehabilitation

Frührehabilitation wird auch für Patientinnen und Patienten mit „Geriatrie-Risikoprofil“ angeboten, die aktuell aber noch dringlich in anderen Fachabteilungen behandelt werden müssen bzw. aktuell kein Bett zur Übernahme in die Geriatrie zur Verfügung steht. Für die „dezentrale“ Frührehabilitation

ist ein komplettes Geriatrie-Team aus Ärztinnen und Ärzten, spezialisierter Pflege und Therapeutinnen und Therapeuten „vor Ort“ und führt frührehabilitative Maßnahmen parallel zu den

akutmedizinischen Maßnahmen der entsprechenden Fachabteilung durch. Die Übernahme in die Geriatrie erfolgt nach Absprache mit der jeweiligen Fachabteilung.

Bereich Reisberg

Für Patientinnen und Patienten mit einer im Alltag auffälligen Demenz bzw. einem akuten Delir, die Akutgeriatrie oder Frührehabilitation benötigen, halten wir einen „geschützten“ Bereich mit speziell geschultem Personal vor. Wir lehnen Fixierung von Patienten strikt ab.

Geriatrische Rehabilitation

Für einen Teil unserer Patientinnen und Patienten ist nach Abschluss der Akutbehandlung noch eine weiterführende Rehabilitation erforderlich. Voraussetzung ist neben dem Rehabilitationsbedarf auch die Bereitschaft der Patientin/des Patienten sowie eine positive Rehabilitationsprognose. Für eine nahtlose Weiterbehandlung dieser Patientinnen und Patienten der Geriatrie stehen uns eine begrenzte Zahl an Betten zur Verfügung. Die Kostenzusage der Kostenträger ist Voraussetzung für die Rehabilitationsbehandlung, die Verweildauer ist abhängig von dem Erfordernis zur stationären Behandlung (Arztentscheidung).

Informationen zu unserer Klinik

Akutgeriatrie

Die Aufnahme erfolgt entweder über die Notaufnahme oder nach telefonischer Absprache durch den einweisenden Arzt (Facharzttelefon 0541 – 405 7202) direkt auf unsere Stationen.

In unserer Krankenhausabteilung werden ältere Patientinnen und Patienten (in der Regel 70 Jahre und älter) mit erheblichen Begleiterkankungen und hochaltrige Patientinnen und Patienten (80 Jahre und älter) auch ohne besondere Begleiterkrankungen akutmedizinisch versorgt mit typisch internistischen Erkrankungen wie z. B. 

  • Wiederholten Stürze
  • Unklaren Schmerzzustände
  • Zunehmenden, unklaren Gangstörungen und Mobilitätsproblemen
  • Ess- und/oder Trinkschwäche
  • Unklarem Gewichtsverlust
  • Neu aufgetretener Harn- und/oder Stuhlinkontinenz
  • Zunehmender Antriebslosigkeit
  • Akuten Verwirrtheitszustände
    (Delir verschiedenster Genese, insbesondere Infektionen)
  • Herz-/Kreislauf- und Gefäßerkrankungen
    (chronischer Herzschwäche, Folgen langdauernder Durchblutungsstörungen)
  • Erkrankungen der Lunge
    (Entzündung, chronische Lungenerkrankungen)
  • Stoffwechselstörungen
    (Osteoporose, Diabetes, Ernährungsproblemen,  Elektrolytstörungen)
  • Schluck- oder Verdauungsproblemen

Auf der Grundlage des internistischen Facharztstandards bestimmen dabei die besondere Expertise bei geriatrischen Fragestellungen und die parallele Betrachtung von Diagnosen und funktionellen Einschränkungen sowie Wahrnehmung von Patientenwünschen unser Handeln in Diagnostik und Therapie.

Als Krankenhausabteilung unterliegen wir den üblichen, engen Anforderungen der Kostenträger und des Medizinischen Dienstes zum Nachweis des Erfordernisses zur Krankenhausbehandlung.  Ein Aufenthalt bzw. eine Verlängerung des Aufenthaltes zur Vermeidung von Kurzzeitpflege, zur Überbrückung bis zur Organisation häuslicher Pflege, dem Vorhandensein eines Pflegeheimplatzes oder anderer organisatorischer Probleme ist nicht möglich.

Unter Wahrnehmung bisheriger Funktionen und Fähigkeiten und vorhandener Ressourcen, erhoben unter anderem durch das Geriatrische Assessment entscheiden wir bei jeder Patientin/jedem Patienten nach fachlichen Gesichtspunkten und in Absprache mit den Betroffenen, ob parallel zur Akutbehandlung ein rehabilitativer Ansatz sinnvoll ist. Diese Kombination von Leistungen wird als Geriatrische Frührehabilitation bezeichnet.

Geriatrische Frührehabilitation

Frührehabilitation bedeutet den frühestmöglichen Beginn von strukturierten, konzeptorientierten, rehabilitativen Maßnahmen integriert in die stationäre Akutbehandlung der Patientinnen und Patienten. Die Konzepte richten sich nach dem Bedarf der Patienten. Frührehabilitation ist Krankenhausbehandlung nach § 39 SGB V. Wir führen diese strukturierte Behandlung (Komplexbehandlung entsprechend dem Deutschen DRG-System) bei Patientinnen durch, bei denen über Frühmobilisation hinausgehender Behandlungsbedarf in ≥2 Bereichen besteht:

  • Sitzen/Transfer/Stehen
  • Gehen
  • Toilettengang
  • Waschen/Baden
  • Kontinenz
  • Haushaltsführung/IADL

Die Entscheidung dieser Behandlung wird fachärztlich nach assessmentbasierter Entscheidung des geriatrischen Teams getroffen. Dies erfolgt primär bei Patientinnen und Patienten, die in die MED IV aufgenommen wurden, darüber hinaus bei Patientinnen und Patienten anderer Fachabteilungen des Klinikums nach fachärztlichem Konsil sowie bei Patientinnen und Patienten aus anderen Kliniken, die zur Frührehabilitation verlegt werden.

Nicht frührehabilitationsfähig ist eine Patientin/ein Patient nur bei andauernder Intensivpflichtigkeit mit Kreislaufinstabilität oder bei Erkrankungen, die jegliche Mobilisierung verbieten.

Die Dauer der Frührehabilitation wird durch die Notwendigkeit der akuten Krankenhausbehandlung bestimmt. Falls aus Sicht des Behandlungsteams notwendig und sinnvoll kann in Einzelfällen unmittelbar im Anschluss eine Rehabilitationsbehandlung (Geriatrische Reha) bei den Kostenträgern beantragt werden.

Die Abgrenzung zwischen Frührehabilitation und Rehabilitation kann letztendlich nur die behandelnde Geriaterin/der behandelnde Geriater unter Wertung des Gesamtverlaufes festlegen.

Geriatrische Rehabilitation

Das Niedersächsische Geriatrie-Konzept (2012, LV Geriatrie) sieht für Geriatriezentren ausdrücklich die Kombination von Akutgeriatrie mit Frührehabilitation und Geriatrischer Rehabilitation vor. Auch die MED IV sieht im Rahmen des Gesamtkonzeptes Betten zur Erbringung von Leistungen der Geriatrischen Rehabilitation nach § 111 SGB V vor. Aus Gründen der ausgeprägten Nachfrage nach Akutgeriatrischen Betten (Auslastung > 90%) können bei begrenzten räumlichen Ressourcen für die klassische Rehabilitation aktuell nur begrenzt Betten zur Verfügung gestellt werden.

Die Rehabilitationsmaßnahme muss vorab von den Krankenkassen bewilligt werden. Grundsätzlich muss zwischen drei Zugangswegen zur Geriatrischen Rehabilitation unterschieden werden:

  1. AHB Verfahren, Rehabilitation direkt im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung
  2. Antragsrehabilitation, die Rehabilitation wird vom Hausarzt beantragt
  3. Rehabilitation vor Pflege nach entsprechender Empfehlung des MD im Rahmen des Pflegeversicherungs-Antragsverfahrens

Für die Patientinnen und Patienten der geriatrischen Rehabilitation in Niedersachsen gelten klare, vom Arzt zu überprüfende Kriterien in Abgrenzung zur Akutgeriatrie/Frührehabilitation:

  • Das Indikationsspektrum entspricht dem der Geriatrischen Frührehabilitation.
  • Die Rehabilitationsmaßnahme umfasst Maßnahmen mit Einzel- und Gruppentherapien sowie einer aktivierend-therapeutischen Pflege im 24-Stunden-Konzept.
  • Die Zeitdauer der Behandlung richtet sich ausschließlich nach dem Erfordernis zur stationären Behandlung.
  • Die Kostenzusage der Kostenträger stellt hierbei nur einen Genehmigungszeitrahmen dar.
  • Die Rehabilitationsdauer bei geriatrischen Patienten ist individuell und wird häufig von der „Regelzeitverweildauer“ von drei Wochen abweichen. 
Arbeiten im multiprofessionellen Team

Die Arbeit im therapeutischen Team setzt neben der hohen Professionalität und Expertise der jeweiligen Teammitglieder auch einen strukturierten Austausch zwischen den verschiedenen Professionen voraus. Dazu braucht es im Team abgestimmte Prozesse, die hier kurz im Überblick dargestellt werden:

  • Alle Berufsgruppen erhalten am Aufnahmetag zu jedem Patienten standardisierte Basisinformationen (Stammblatt). Dies enthält alle zur Therapieeinleitung entscheidenden Angaben. Damit ist ein ärztlicher Therapieauftrag erfolgt. Dieser wird gegebenenfalls mündlich oder schriftlich ergänzt.
  • Physiotherapie und Ergotherapie versorgen zeitnah jeden Patienten mit geeigneten Hilfsmitteln.
  • Die Logopädie wird bei schluckauffälligen Patienten vor der ersten Nahrungsaufnahme in den Aufnahmeprozess eingebunden. Diese Tätigkeit wird an Sonn- und Feiertagen gemeinsam von Pflege und Ärztlichem Dienst übernommen.
  • Physiotherapie, Ergotherapie und Sozialdienst sind bei jedem Patienten aktiv in den Assessmentprozess ab Aufnahmetag eingebunden.
  • Psychologie und Logopädie erhalten am Aufnahmetag alle Basisinformationen zum Patienten. Sie werden im strukturierten Diagnostik- und Behandlungsprozess bei bestimmten Untersuchungsbefunden oder bei klinischer Auffälligkeit tätig.
  • Alle Bereiche des therapeutischen Teams, der ärztliche Dienst sowie die Pflege entwickeln auf der Grundlage von Anamnese, Aufnahmebefund und Basis-Assessment aus eigener fachlicher Kompetenz und in Wahrnehmung der Wünsche des Patienten Therapieziele und Therapievorschläge.
  • Im Rahmen von Therapieplankonferenz oder Vorbesprechung Chefarztvisite (spätestens innerhalb von drei Tagen) werden die Empfehlungen aller Therapiebereiche, der Pflege und des ärztlichen Dienstes unter fachärztlicher Verantwortung abgeglichen und ggf. zu Fernzielen weiterentwickelt. Daraus abgeleitet ergeben sich Zwischenziele und Zeitvorstellungen.
  • Mit der Festlegung von Fernzielen, Zwischenzielen und Zeitvorstellungen beginnt die Entlassungsplanung quasi am Aufnahmetag. Angehörige werden je nach zukünftiger Einbindung in das Versorgungskonzept und unter Wahrung des Patientenwillens zeitnah involviert.
  • Die Hilfsmittelverordnung erfolgt, sobald der zum Entlassungszeitraum bestehende Hilfsmittelbedarf absehbar wird und eine ggf. erforderliche Erprobung der bzw. Anleitung an die Hilfsmittel erfolgt ist. Die Verordnung erfolgt stets nach dem Prinzip „Verordnet wird so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“. Alle Verordnungen müssen über Sanitätshäuser mit Kostenvoranschlag an Kostenträger gesandt werden. Dort wird über Genehmigung des Hilfsmittels und den Lieferanten entschieden. Hierdurch entstehen zeitweise unvorhersehbare Verzögerungen. Die Entlassung erfolgt erst, wenn zwingend notwendige Hilfsmittel (Arztentscheidung) vorhanden sind bzw. am Entlassungstag zur Verfügung gestellt werden.
  • Der Sozialdienst begleitet den gesamten Aufenthalt und steht für Patienten und die in die Weiterversorgung involvierten Angehörigen für Fragen zu Pflegeversicherung, anderen Anträgen, möglichen Versorgungsstrukturen und deren Finanzierung zur Verfügung.
  • Die Behandlung wird durch Entlassungsassessment und Einschätzung des Behandlungserfolges evaluiert.