Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie

Ablauf der Behandlung

Für die Durchführung einer HIPEC -Therapie ist ein interdisziplinäres Behandlungsteam
notwablauf1endig. Am Klinikum Osnabrück GmbH besteht eine „Arbeitsgruppe HIPEC“ seit 2010.

Vor jeder Behandlung erfolgt eine Untersuchung sowohl durch den Chirurgen und als auch den Onkologen. Die Indikation und damit die Entscheidung zur Therapie wird dann interdisziplinär im Tumorboard des Klinikums mit Abwägung aller relevanten Aspekte diskutiert, und das Verfahren anschließend eingehend mit dem Patienten besprochen. Neben den Chirurgen und Onkologen nehmen auch Vertreter der Fachdisziplinen Gastroenterologie, Gynäkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie an dem Tumorboard teil. Für den Patienten ist somit gewährleistet, dass alle Experten für die Therapie einer interdisziplinären Krebserkrankung zur Planung seiner individuellen Behandlung zur Verfügung stehen.

Nach der Indikationsstellung erfolgt jeweils eine Aufklärung über die Operation, die HIPEC (Hyperthermie- und Chemotherapeutika – Nebenwirkungen) und über die Narkose. Der Eingriff selbst wird immer in Vollnarkose evtl. ergänzt durch eine regionale Anästhesie (insbesondere zur Kontrolle von Schmerzen) durchgeführt.

​Die Operation kann durchaus mehrere bis viele Stunden in ​Anspruch nehmen, bis alle nachweisbaren Tumoren entfernt ​worden sind. Nachdem der Chirurg in einem aufwändigen, ​mehrstündigen Verfahren alle sichtbaren Tumoranteile und ​die befallene Bauchaut (Peritoneum) entfernt hat, wird die ​Körperhölle mit einer Spülflüssigkeit auf 42-43° Celsius erhitzt. ​Im Anschluss an die Erhitzung wird für die Dauer von 30-60 ​Minuten eine Chemotherapie hinzu gegeben = hypertherme ​intraperitoneale Chemotherapie erreicht (HIPEC). (siehe ​Abbildung 1)

​Während des Eingriffes werden der Fluss und die Temperatur ​im Bauch über Temperaturmesssonden und Flussdrainagen ​kontinuierlich kontrolliert und korrigiert. Auch unter der HIPEC bleibt der Patient in Narkose und wird anschließend zur Nachbeobachtung auf die Intensivstation verlegt.

Ablauf2

Abbildung 1: Schematische Darstellung von HIPEC (Kardialgut HT 1000)

Je nach weiterem Genesungsverlauf können die Patienten nach einigen Tagen auf die normale Station verlegt werden. Die Nahrungszufuhr erfolgt in Abhängigkeit des Ausmaßes der Operation und der Anzahl der Darmnähte nach zwei bis 5 Tagen. Die Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr wird während dieser Zeit durch Infusionen überbrückt. Um Schmerzen nach dem Eingriff zu vermeiden erhält jeder Patient eine spezielle Schmerztherapie. Die Gesamtdauer des Krankenhausaufenthaltes ist je nach Verlauf interindividuell verschieden, liegt im Mittel aber an den meisten ausgewiesenen Zentre zwischen 20 und 25 Tagen.

Die feingewebliche Untersuchung des entnommenen Gewebes (Organe, Bauchfell und Lymphknoten) erfolgt im Institut für Pathologie am Klinikum Osnabrück GmbH. Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung und der Art der Tumorerkrankung wird für jeden Patienten individuell festgelegt, ob eine zusätzliche systemische Chemotherapie durch die onkologische Fachabteilung erfolgt, um das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung zu minimieren.

Auf Wunsch kann für jeden Patienten mit einem Krebsleiden über den Sozialdienst ein Antrag für eine rehabilitative Maßnahme gestellt werden und während des stationären Aufenthalts auch eine psychoonkologische Begleitung erfolgen.

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