• Ärzte-Training im OP auf Rädern

    Osnabrück, 18.06.2019. Am Klinikum Osnabrück sind erneut junge Ärzte in einem „Mobile Lab“  in minimal-invasiven Operationstechniken an Schulter-, Knie- und Sprunggelenken geschult worden. Die Übungen in dem mobilen Operationssaal, den der Medizintechnik-Konzern Arthrex zur Verfügung gestellt hatte, wurden von Prof. Dr. Martin Engelhardt sowie von Dr. Casper Grim und Dr. Erik Scheuer von der Klinik für Orthopädie und Sportmedizin geleitet.

    Ihre Klinik, die sich besonders auf Operationen an Gelenken und weitere Eingriffe am Bewegungsapparat spezialisiert hat, führt solche Trainings bereits seit mehreren Jahren regelmäßig durch. In dem „Mobile Lab“ kann, und das ist eine Besonderheit, an Humanpräparaten geübt werden, also menschlichen Körperteilen, die gezielt für diesen Zweck gespendet wurden. Damit sind präzisere Übungen als an Modellen oder in einer Computersimulation möglich.

    Weil solche Spenden in Deutschland nicht möglich sind, stellt der US-Konzern für die Schulungen auch die Präparate zur Verfügung. Sie wurden in den USA gespendet. „An Humanpräparaten lässt sich realistisch veranschaulichen, worauf es bei einer Operation ankommt. An Modellen oder mit anderen Verfahren kann so nicht geübt werden, deswegen freuen wir uns sehr, dass wir die Möglichkeit haben, solche Schulungen in dem ‚Mobile Lab’ durchzuführen“, sagt Dr. Casper Grim, Leitender Oberarzt in der Klinik für Orthopädie und Sportmedizin.

    Wie Prof. Dr. Martin Engelhardt erklärt, der Ärztliche Direktor des Klinikums Osnabrück und Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Sportmedizin, wird es in seiner Abteilung sehr wichtig genommen, angehende Mediziner, junge Assistenzärzte und immer wieder auch externe Kollegen umfassend zu schulen und sie mit speziellen Operationstechniken vertraut zu machen. Wie er betont, ist das Klinikum Osnabrück als Lehrkrankenhaus an der Ausbildung junger Ärzte beteiligt. Außerdem sei es das einzige Haus in der Region, das als Hospitationszentrum für Arthroskopien und Schultergelenksoperationen und für Instruktionen von der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie zertifiziert sei.

    Jetzt bei dem Training konnten die jungen Ärzte unter Anleitung von Engelhardt, Grim und Scheuer die Eingriffe selber ausführen und wurden dabei von den Spezialisten korrigiert. Es wurden erneut zahlreiche junge Kollegen aus dem Team der Klinik für Orthopädie und Sportmedizin geschult. In dem rund zwei Millionen Euro teuren Fahrzeug wurde an zwei Schulungsplätzen geübt. Dabei waren die Bewegungen der Sonden-Instrumente, die von den jungen Ärzten geführt wurden, auf großen Monitoren zu sehen und wurden von den erfahrenen Spezialisten kommentiert.

    „Die Schulungen im ‚Mobile Lab’ sind besonders wirksam und wir sparen viel Zeit damit – deswegen führen wir sie sehr gerne durch“, sagt Dr. Casper Grim. Wie er erklärt, hat die minimal-invasive Chirurgie gerade in der Orthopädie eine besonders wichtige Bedeutung. „Bei minimal-invasiven Eingriffen genesen Patienten grundsätzlich schneller und die kosmetischen Ergebnisse sind besser. Daneben gibt es aber auch eine ganze Reihe von Indikationen, bei denen sich durch die geringe Größe der Instrumente und ihre Präzision große Vorteile ergeben“, macht Grim deutlich. Dazu gehören etwa verkürzte Sehnen an der Schulter, Kreuzbandrisse und Meniskusschäden am Knie, außerdem spielt die Arthroskopie auch bei der Diagnose von Verletzungen eine wichtige Rolle.

     

    Bild:
    Schulung im Mobile Lab: Dr. Casper Grim (l.) und Dr. Erik Scheuer (r.) wiesen Kollegen wie Dr. Ammar Keshkesh in minimal-invasive Operationstechniken ein.

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